Produktion in der Corona-Krise Münchner Unternehmen Hirmer fertigt Mund-Nasen-Masken

Im Hirmer-Logistikzentrum in München-Freimann entstehen die Mund-Nasen-Masken. Foto: Hirmer

Das Münchner Textil-Unternehmen Hirmer hat in der Corona-Krise umgestellt und näht jetzt Mund-Nasen-Masken.

 

München - Ungewöhnliche Zeiten erfordern ungewöhnliche Maßnahmen: Wo sonst an Hosen, Sakkos und Hemden Änderungen vorgenommen werden, fertigen aktuell 20 Mitarbeiter der Änderungsschneiderei des Münchner Modeunternehmens Hirmer textile Mund-Nasen-Masken an. 

Seit vergangener Woche entstehen im Freimanner Logistikzentrum jeden Tag bis zu 1.500 Stück: Zum einen für die Mitarbeiter und Kunden von innerhalb der Hirmer-Gruppe, zum anderen für eine Münchner Klinik-Gruppe sowie für weitere Forschungs- und Gesundheitseinrichtungen. 

Wie das Unternehmen mitteilt, kommen in der Produktion ein spezieller Vlies und ein hochwertiger Baumwollstoff - aus dem werden sonst Hemden gemacht - zum Einsatz. Auf den vorhandenen Produktionsmaschinen werden aus einem derzeit zehn Farben umfassenden Farbsortiment mit händisch zugeschnittenen Einfassbändern und Nasendrähten Mund-Nasen-Masken produziert, so das Unternehmen. 

Hirmer-Chef: In Änderungsschneidereien würde sonst die Arbeit ruhen

Es war gar nicht so leicht, kurzfristig ein neues Produkt in so großer Stückzahl herzustellen - wie Clemens Ode, Geschäftsführer der Hirmer Eckerle Service GmbH & Co. KG, erläutert: "Da alle Hirmer und Eckerle Geschäfte derzeit geschlossen sind, ruhte natürlich auch in der Änderungsschneiderei die Arbeit. Der allgemeine Mangel an Mund-Nasen-Masken hat uns dann auf die Idee gebracht, aktiv auf die Gesundheitseinrichtungen und das Staatsministerium für Wirtschaft zuzugehen und ihnen unsere Unterstützung anzubieten."

Vor zehn Tagen hatte das Corona-Kabinett unter Bundeskanzlerin Angela Merkel beschlossen, die Herstellung von Vliesstoffen für Atemschutzmasken in Deutschland zu fördern. Unternehmen, die eine entsprechende Anlage aufbauen und noch in diesem Jahr in Betrieb nehmen, können auf Antrag "einen Zuschuss von 30 Prozent auf die Investitionskosten für entsprechende Produktionsanlagen" bekommen.

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