Problem-Sanierung Deutsches Theater: Noch teurer, noch später

Problem-Baustelle Deutsches Theater. Foto: Schramek

Die Sanierung des Deutschen Theaters wird deutlich mehr kosten als kalkuliert. Umzug im Herbst 2013?

 

München - Was für ein Drama. Der neueste Akt bei der Sanierung des Deutschen Theaters: Jetzt wird das Projekt weitere rund sechs Millionen Euro teurer. Das bestätigte Vize-Aufsichtsratschef Alexander Reissl der AZ: „Über diese Größenordnung reden wir.”

Die Problembaustelle hat sich zum Millionengrab entwickelt. Mit jetzt rund 93 Millionen steuern die Kosten kontinuierlich auf die 100-Millionen-Euro-Grenze zu. Außerdem hinken die Arbeiten weiter dem Zeitplan hinterher.

Rückblick: Im Jahr 2008 zog die Spielstätte von der Schwanthalerstrasse ins Zelt nach Fröttmaning. Im Traditionshaus begann die Sanierung, für die damals noch rund 80 Millionen Euro veranschlagt waren. Eigentlich sollten die Arbeiten bereits im vorigen Jahr abgeschlossen werden. Doch die Kosten mussten nach oben und der Zeitplan nach hinten korrigiert werden. Inzwischen ist vom September 2013 die Rede.

Warum wird die Sanierung jetzt nochmal teurer als geplant? „Wenn wir das ganz genau wüssten”, sagt Reissl. Bei der nächsten Sitzung wolle sich der Aufsichtsrat von der Projektleitung und dem Architekten erklären lassen, wie es dazu kommt. Die Budget-Ausweitung hat der Aufsichtsrat aber bereits beschlossen.

Klar ist: Die Sanierung gestaltete sich aufwändiger als gedacht. Immer wieder gab’s Probleme. Sei es, weil Schäden am darunter liegenden U-Bahntunnel entdeckt wurden. Oder weil ein Brand ausbrach. Für den kam wenigstens die Versicherung auf.

Aber das ist nicht alles. Auch die Organisation auf der Baustelle hakt. Das beste Indiz dafür: Vor ein paar Monaten hat der Projektsteuerer (Firma Drees & Sommer) eine zweite Firma an die Seite gestellt bekommen. Die beiden sollen sich wohl gegenseitig auf die Finger schauen. Zwischenzeitlich hatte der Aufsichtsrat sogar erwogen, sich vom Projektmanager und vom Architekten (Doranth Post Architekten) zu trennen. Ein Jurist soll damals aber abgeraten haben, um weiteren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden.

Jetzt also nochmal sechs Millionen Euro mehr. Da können die Verantwortlichen schon mal ins Schwitzen geraten. Passend zum Titel der Wechseljahrs-Revue, die gerade in Fröttmaning läuft: „Heiße Zeiten.”

 

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