Prinzregententheater Lieder mit Rolando Villazón

Rolando Villazón. Foto: dpa

Rolando Villazón mit spanischen Liedern im Prinzregententheater

 

Man kann Rolando Villazón nicht vorwerfen, dass er sein Publikum nicht bilden würde. An diesem Abend erklärt er ohne bösen Zeigefinger und so, dass auch die Ertappten lachen müssen, dass man zwischen den Liedern eines Zyklus‘ nicht applaudieren soll.

Allein: Dieser Hinweis kommt zu spät. Denn da hat ein beträchtlicher Anteil der Zuhörer bereits zuverlässig nach jedem Lied geklatscht. Und diese sind alle sehr, sehr kurz. In diesem Programm mit spanischen und lateinamerikanischen Werken singt Villazón 15 (1. Teil) bzw. elf (2. Teil) Liedlein, macht also fast 30-mal spannungsraubenden Jubel.

Offenkundig haben auch Leute Tickets gekauft, die sonst nicht in ein klassisches Konzert gehen, sondern den Sänger wohl als Entertainer aus dem Fernsehen kennen. Das ist ja an sich nicht schlecht.
Hoffentlich kommen die Neulinge wieder. Möglicherweise waren sie jedoch am Schluss eher enttäuscht, zumindest, wenn sie sich mehr Jux und Tollerei erwartet hatten. Das konnte man bereits im Juli beobachten, als Villazón dieses Programm während der Festspiele in der Staatsoper realisierte.

Mit dem speziellen Klick

Das Missverständnis ist nun auch im Prinzregententheater vorprogrammiert, weil dem mexikanischen Tenor diese spanischsprachigen Gesänge, etwa die beiden klangsprachlich avancierten Zyklen von Manuel de Falla sowie Silvestre Revueltas, spürbar am Herzen liegen. Er will sie mit seiner bisweilen etwas pauschal spielenden Begleiterin Carrie-Ann Matheson seriös gestalten und erfreut mit seiner geschmackvollen Phrasierungstechnik: Meisterlich ist etwa, welche langen Linien er auf einem Atem nimmt.

Was in dieser Wiederholung des Programms anders ist, ist der Zustand von Rolando Villazóns Stimme. Zwar ist die dunkle Färbung, zumal in der tiefen Lage, kräftig, doch oberhalb dieser Mitte gibt es ein paar Töne, in denen ein ständiges Klicken nicht zu überhören ist. Die raffinierten „Canciones clásicas espanolas“ von Fernando Obradors sind davon durchzogen, auch die üppigen Lieder „Las nubes“ von Carlos Guastavino. Wenn das nicht auf eine Erkältung geschoben werden kann, wäre es ein beunruhigendes Zeichen.

Ein Sänger wie Villazón weiß das natürlich. So ist es kein Wunder, dass der Übergang in den obligatorisch ungezwungenen Zugabenteil abrupt, eben so gar nicht ungezwungen wirkt. Wenigstens darf hier nach Herzenslust geklatscht werden.  

 

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