Preisverleihung Goldene Kamera: Hollywood-Stars in Berlin

Wow, bei der Goldenen Kamera war etwas geboten: Al Pacino, Clive Owen, Sigourney Weaver und viele andere große Stars kamen zur Preisverleihung. Foto: dpa

Über den roten Teppich zur Verleihung der Goldenen Kamera stolzierten neben den deutschen Promis auch Weltstars wie Al Pacino, Sigourney Weaver und Joe Cocker.

 

Berlin – Dieter Hallervorden bedankte sich in Versform, Joe Cocker mit einem überraschenden Duett: Zum 48. Mal wurde die Goldene Kamera verliehen. Internationale und nationale Schauspieler, Sänger und Musiker wurden am Samstagabend in Berlin mit dem Preis ausgezeichnet. Ebenso wie der 77-jährige Hallervorden und der 68-jährige Cocker wurde Hollywoodstar Al Pacino („Der Pate“) für sein Lebenswerk geehrt. Er wollte, Schauspieler könnten singen, bekannte der 72-jährige Oscar-Preisträger auch mit Blick auf Cockers Auftritt.

Der Mann mit der Reibeisenstimme erhielt den Preis für das „Lebenswerk Musik“. Mit Jennifer Warnes sang Cocker auf der Bühne den gemeinsamen Hit von 1982, „Up Where We Belong“. Eine Kamera erhielt auch der chinesische Pianist Lang Lang.

Viel Lob für die deutsche Hauptstadt gab es von den ausländischen Stars, die sich gerne an frühere Reisen nach Berlin erinnerten. Gala-Moderator Hape Kerkeling, nach einem Jahr Pause wieder auf dem Bildschirm, konnte sich dagegen Witzeleien über den neuen Flughafen nicht verkneifen. Auch die Sexismus-Diskussion um den FDP-Politiker Rainer Brüderle ließ er nicht unerwähnt.

Rund ein Dutzend Preise wurden vergeben. US-Schauspielerin Sigourney Weaver, die mit „Alien“ und „Gorillas im Nebel“ Welterfolge erzielt hatte, wurde als „Beste Schauspielerin International“ gekürt. Es sei eine „unglaubliche Ehre“, hier in Deutschland anerkannt zu werden, sagte die 63-Jährige, die auch von ihrem Berliner Kulturprogramm schwärmte. Auch Clive Owen („Children of Men“) berichtete, dass er ein Fan der Stadt sei. Der britische Darsteller erhielt die rund 900 Gramm schwere goldene Trophäe der Programmzeitschrift „Hörzu“ als „Bester Schauspieler International“.

Eine sehr persönliche Laudatio auf Hallervorden hielt Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher. Der 85-Jährige sagte: „Er ist ein großer Künstler, er ist ein Komödiant, er ist ein ganz ernsthafter Mensch.“

Viele Preisträger standen schon vor der Gala fest. Spannend war es bis zum Schluss unter anderem für die nominierten deutschen Schauspieler und in der Kategorie „Bester Fernsehfilm“.

Die Wahl fiel auf die Darsteller Claudia Michelsen und Charly Hübner. In der Kategorie „Beste deutsche Schauspielerin“ konkurrierte Michelsen („Der Turm“) mit Silke Bodenbender („Das unsichtbare Mädchen“) und Ina Weisse („Das Ende einer Nacht“). Bei den Darstellern entschied sich die Jury für Hübner („Unter Nachbarn“) und gegen den bereits 2006 ausgezeichneten Ulrich Noethen („Das unsichtbare Mädchen“) sowie Devid Striesow („Blaubeerblau“). Der ZDF-Justizthriller „Das Ende einer Nacht“ wurde zum besten Fernsehfilm gekürt.

Wieder schritten zahlreiche Prominente aus Film und Fernsehen über den Roten Teppich vor der Ullstein-Halle im Berliner Axel-Springer-Haus. In der Halle schauten sich rund 1.200 Gäste die Gala an, bei der auch des im vergangenen Jahr verstorbenen Entertainers Dirk Bach gedacht wurde.

Die Band Unheilig um den Sänger Der Graf erhielt den Preis für die „Beste Musik National“. Freuen konnte sich auch der Moderator des ZDF-„heute-journal“, Claus Kleber. Er gewann in der Kategorie „Beste Information – Bester Anchorman/Beste Anchorwoman“. Der Nachwuchspreis Lilli Palmer & Curd Jürgens Gedächtniskamera ging an den Schauspieler Max von der Groeben.

Unterdessen kürten die Leser der „Hörzu“ die ZDF-Sendung „Wetten, dass..?“ zur besten Unterhaltungsshow. Moderator Markus Lanz nutzte mit einem Augenzwinkern die Gelegenheit, Pacino und Weaver in seine Sendung einzuladen: Wenn sie mal Lust hätten auf ein bisschen Kindergeburtstag und Sackhüpfen – „fragen Sie nach bei Tom Hanks, der hatte großen Spaß“.

 

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