Preise "in olympischen Höhen" Häuser und Wohnungen in und um München nochmals teurer

Wer sich eine Wohnung kaufen oder mieten will, muss immer mehr Geld bezahlen. Kaufen ist alleine kaum mehr zu finanzieren. Foto: Andreas Gebert/dpa

Die (Miet-)Preise für Wohnungen und Häuser in und um München sind erneut teurer geworden. Wer rund um München Eigentümer werden will, muss teilweise doppelt so viel Geld hinlegen, wie vor fünf Jahren.

 

München - Ein hohes Einkommen, Rücklagen und eine satte Erbschaft. Wer diese drei Voraussetzungen nicht mitbringt, der wird im Münchner Umland wohl nicht unter die Häuslekäufer gehen.
Denn die Preise für Eigentumswohnungen, Doppelhaushälften und Einfamilienhäuser sind erneut gestiegen – auch in Umlandgemeinden, in denen es vor ein paar Jahren noch recht günstig eine Bleibe zu erwerben gab.

Zu entnehmen ist das dem neuen Marktbericht des Immobilienverbands IVD, der am Dienstag vorgestellt wurde. Stephan Kippes, Leiter des IVD: „In allen untersuchten Kreisstädten des Speckgürtels klettern die Immobilienpreise unaufhaltsam nach oben.“ Allerdings „mit einem etwas gedrosselten Tempo“.

Angesehen haben sich die Analysten des IVD die Landkreise Freising, Erding, Ebersberg, Starnberg, Fürstenfeldbruck, Dachau, Bad Tölz und Wolfratshausen. Dabei sind Gegenden, die wegen ihrer hübschen Lage seit jeher eine hochpreisige Alternative waren. Aber eben auch Gemeinden, in die vor fünf Jahren noch einige Münchner Familien abgewandert sind.

'Auf Land ziehen' wird immer schwieriger

In Zukunft wird das ungleich schwieriger. In Erding haben sich die Kaufpreise in den vergangenen fünf Jahren nahezu verdoppelt. In Dachau lag die Zuwachsrate bei 72 Prozent, in Ebersberg waren Kaufobjekte im vergangenen Frühjahr 69 Prozent teurer als noch im Frühjahr 2013.

Dort, wo es schon teuer ist, war der Anstieg nicht ganz so drastisch. In Freising, wo der Quadratmeter für Eigentumswohnungen derzeit bei durchschnittlich 4200 Euro liegt (für Bestands-, nicht für Neubau-Wohnungen!), gingen die Preise in den vergangenen Jahren um 40 Prozent nach oben. In Starnberg, wo sich die Preise ohnehin laut Kippes bereits „in olympischen Höhen“ bewegen, kosteten Immobilien 49 Prozent mehr. In München sind, obwohl der Olympia-Vergleich hier wohl auch greifen würde, Wohnungen und Häuser sogar noch deutlicher im Preis gestiegen, nämlich um 56 Prozent.

Die finanzielle Belastbarkeit ist erreicht

Dass diese Preisentwicklung einem potenziellen Immobilienkäufer Schweißperlen auf die Stirn treibt, liegt nahe. Beruhigend ist da höchstens das zweite Ergebnis, zu dem der IVD bei seiner Analyse gelangt ist. Denn im vergangenen Jahr hat sich die Preisspirale zumindest ein bisschen langsamer gedreht.

Ein Grund ist nach Einschätzung des Immobilienverbands, dass für immer mehr Menschen die Grenzen der finanziellen Belastbarkeit erreicht sind. Das scheint die Preisentwicklung etwas zu dämpfen. Trotzdem: nach oben geht’s weiter. In Erding stiegen die Preise für Eigentumswohnungen zwischen Herbst 2017 und Frühjahr 2018 um 12,3 Prozent (Kaupreis pro Quadratmeter: 4550 Euro). In Fürstenfeldbruck um 7,9 Prozent (Kaufpreis/Quadratmeter: 3960 Euro) und in Dachau um 6,6 Prozent (Kaufpreis/Quadratmeter: 4040 Euro).

Dort, wo es eh schon teuer ist, waren die Zuwächse noch einen Tick weniger deutlich. In München (Kaufpreis/Quadratmeter: 6400 Euro) waren es 3,2 Prozent. In Starnberg (Kaufpreis/Quadratmeter: 5500 Euro) waren es 2,8 Prozent.

Wo die S-Bahn fährt, ist's teurer

Bei Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften ist die Entwicklung ähnlich: Hier sind die Preise in den vergangenen fünf Jahren in die Höhe geschnellt. Inzwischen hat sich die Preissteigerung auch bei diesen Objekten ein bisschen entspannt.
Generell fasst Stephan Kippes die Immobiliensituation so zusammen: Je weiter von München eine Immobilie weg ist, desto weniger kostet sie. Faktor zwei: die Infrastruktur. Eine S-Bahnanbindung treibt den Preis in die Höhe.

Das Thema Mieten spielte in dem Dienstag veröffentlichten Bericht nur eine untergeordnete Rolle. Am stärksten stiegen die Mieten im Vergleich zum Herbst 2017 in Fürstenfeldbruck (+ 3,6 Prozent) und in Erding (+ 3,5 Prozent). In München stiegen die Mieten um 2,5 Prozent. Angesichts der Tatsache, dass in den vergangenen fünf Jahren die Münchner Mieten laut IVD um 18 Prozent gestiegen sind, tröstet das die hiesigen Mieter freilich nur wenig. Dazu kommt: In München kosten inzwischen mehr als drei Viertel aller auf dem freien Markt neu vermieteten Wohnungen mehr als 15 Euro Miete pro Quadratmeter.

Lesen Sie dazu hier: Offiziell - 156 Wohnungen stehen in München leer

 

6 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading