Preise in München Immobilien-Wahnsinn: Bis zu 16 Millionen für eine Villa

Angesichts der Münchner Immobilienpreise kann einem leicht schwindlig werden. Foto: dpa

Die Stadt München und ihr Wohnungssektor: Es wird weniger verkauft, trotzdem fließt mehr Geld auf dem Eigentums-Markt, berichtet ein Makler.

München - Es ist einfach zu viel Geld da. Klingt erstmal nicht wie ein Problem. Außer, wenn das Geld halt nicht im eigenen Börserl sondern auf dem Immobilienmarkt ist, auf dem der Börserlträger versucht etwas zu erwerben.

Wegen der immensen monetären Mittel der Investoren zum einen und der niedrigen Zinsen zum anderen, prognostiziert Daniel Ritter, Geschäftsführer der Immobilienfirma von Poll, den Münchnern wenig Aussicht auf eine Normalisierung der Preise für Wohneigentum. Wo dem Münchner bei 8.000 Euro Quadratmeterpreis das Herz in die Hose sinkt, macht es beim Investor aus dem Ausland einen Hüpfer - ein Schnäppchen ist das im Vergleich zu Paris, London, Zürich.

Immobilienmarkt in München: Die Preise steigen weiter

Das Maklerhaus hat am Dienstag seinen Marktbericht für München und das Umland präsentiert. Etwa 150 Mal waren die von-Poll-Makler 2017 beim Notar. Zwar gibt es weniger Verkäufe in dem gehobenen Segment, in dem von Poll sich bewegt. Die Verkäufer müssen geduldiger sein, bis eine Transaktion stattfindet. Aber dann lohnt es sich eben auch.

Die Preise steigen konsequent weiter an, wenn auch gemäßigter als in den vergangenen Jahren. Flacht die Teuerungskurve ab? Ja, etwas. Hat München trotzdem noch ein gigantisches Investitionsvolumen? Ja, allerdings.

München: Über eine Million für ein Einfamilienhaus

"Wir reden hier nicht von einem Premiumgebiet - sondern von dem Premiumgebiet", sagt Ritter. Bis zu 16 Millionen Euro wechseln bei einem Villenverkauf den Besitzer. Das mag ein Extrem sein, allerdings ist die Untergrenze schon weit oben angesetzt. "Im Schnitt zahlt man überall in München über eine Million für ein Einfamilienhaus", berichtet Ritter. Bei den Immopreisen schaut's für München ähnlich aus, wie in der Bundesligatabelle: Dauerhaft an der Spitze und mit Abstand zum Vize: Auf den Durchschnittspreis pro Einfamilienhaus von 1,28 Millionen Euro folgt im Bundesvergleich Stuttgart - mit 685.000 Euro.

Die dunklen Balken zeigen, wie viele <a href=Immobilien verkauft wurden, die hellen, wie viel Geld mit Immobilien umgesetzt worden ist." src="/media.imagefile.7d232320-efd6-4959-bc42-6ff3bea49432.original.media" style="height:100%; width:100%" />Die dunklen Balken zeigen, wie viele Immobilien verkauft wurden, die hellen, wie viel Geld mit Immobilien umgesetzt worden ist. Grafik: Von Poll

Auch eine Flucht aufs Land nützt dem Münchner wenig - die muss schon recht weit gehen. Zu den Regionen, in denen von Poll, von - vergleichsweise - günstigen Preisen berichtet, gehört Miesbach.

Im ersten Quartal 2018 lagen die Preise für Eigentumswohnungen schon in weniger exklusiven Lagen, wie Pasing oder Berg am Laim, zwischen 4.250 und 7.500 Euro pro Quadratmeter. Dass die Verkäufe der Luxusimmobilien am Paulanergelände gut laufen (12.000 Euro/qm und mehr), erstaunt allerdings sogar Ritter. 

München ist und bleibt: die Stadt der unbegrenzten Immobilienpreise.

 

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