Präsident und Investor Mayrhofer und Ismaik: Eine Beziehung in Trümmern

Gerhard Mayrhofer und Hasan Ismaik - wie schlecht ist ihr Verhältnis wirklich? Womöglich könnten der eine wie der anderen schon bald Geschichte sein bei den Löwen. Foto: sampics

Eine Aussage und ihre Folgen: Der neuerliche Affront von Löwen-Präsident Gerhard Mayrhofer gegenüber Hasan Ismaik zeigt, wie tief die Gräben beim TSV 1860 sind.

 

München - Wenn sich das Magazin „11Freunde“ einem Klub widmet und den Verein zum Titelthema macht, ist das entweder eine Ehre oder ein Grund, endgültig in Deckung zu gehen. Dem TSV 1860 wurde diese Ehre nun zuteil, und eigentlich kam der Klub gar nicht so schlecht weg. Zumindest, wenn man eine ehrliche Analyse der Ist-Situation als nichts Schlechtes empfindet.

Hasan Ismaik, der sich bekanntlich das Medienecho regelmäßig übersetzen und nach Abu Dhabi schicken lässt, wird den Artikel des Magazins ganz genau gelesen haben. Nicht überliefert ist sein Blutdruck, den er am Ende der Lektüre hatte. Sein Temperament zugrunde gelegt, dürfte dieser aber nicht mehr im grünen Bereich gelegen haben. Der Grund: eine Aussage von Präsident Gerhard Mayrhofer. „Wenn ich mir in der gegenwärtigen Situation etwas wünschen würde, sind es finanzielle Mittel“, war zu lesen. Geschmückt mit Mayrhofers Frage: „Wofür hat man denn einen Investor?“

Ja, wofür eigentlich? Die einen sagen, damit es den Verein überhaupt noch gibt. Die anderen behaupten, um maximal die Löcher zu stopfen, die sich bei 1860 Jahr für Jahr auftun. Mayrhofer scheint mittlerweile zur letzteren Fraktion zu gehören – und riskiert durch die offene Kritik am Jordanier den endgültigen Bruch einer Beziehung, die schon seit Monaten kaum mehr zu kitten ist.

Noch im Herbst 2013 hatte Mayrhofer das „gute, grundsätzliche Verständnis“ mit Ismaik über die Zukunft von 1860 gelobt. Der Investor hatte sich mit einer Aussage zur „ausgezeichneten Beziehung zu Gerhard Mayrhofer“ revanchiert. Heute revanchieren sich beide nur noch gegenseitig mit Retourkutschen. So wie die des Präsidenten im Magazin „11Freunde“.

Der Verein wollte sich vor dem wichtigen Spiel gegen den VfR Aalen nicht zum nächsten Zoff zwischen Präsidium und Geldgeber äußern. Fakt ist aber: Der Verein kann sich Stand jetzt ohne jährliche Millionen-Geschenke seines Investors nicht finanzieren, benötigte vergangene Saison neun Millionen Euro, um die Lizenz zu bekommen. Diese Saison sind es nach AZ-Informationen sechs Millionen. Geld, das Ismaik nach menschlichem Ermessen nicht wiedersehen dürfte.

„Unsere wirtschaftliche Situation ist sehr, sehr gut“, hatte Mayrhofer noch vor drei Monaten erklärt. Nach seiner neuesten Aussage muss das wie Hohn und Spott in Ismaiks Ohren klingen.

 

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