Polizist berichtet München: Seniorinnen tricksen Betrüger aus

Am Telefon gaben sich die Betrüger als Polizisten aus. Foto: Arno Burgi/dpa (Symbolfoto)

Ein Polizist berichtet, wie es Senioren und Seniorinnen gelang, die Trickbetrüger auszuschmieren.

 

München - Derzeit rufen wieder massenweise Trickbetrüger bei Senioren an, die sich als Polizisten ausgeben. In einer einzigen Woche wurden 200 Betrugsversuche aktenkundig. Eine Seniorin (87) in Obersendling und ein Rentner (79) aus Obergiesing wurden um Geld, Schmuck und Gold in Höhe von jeweils 80.000 Euro gebracht.

Seniorinnen tricksen Betrüger aus

Doch Erster Kriminalhauptkommissar Jens Liedhegener, der am Montag vor der neuen Betrugswelle warnte, berichtete auch von Senioren, die die Täter ausgetrickst haben. Die erste Spielregel: "Sie spielen erst mal mit und tun so, als würden sie sich auf die Forderungen einlassen."

Der Trick: Mitspielen und Hilfe holen

Der Toilettentrick: Oft halten die Anrufer ihre Opfer stundenlang am Telefon, damit sie sich nicht mit Vertrauenspersonen besprechen oder Hilfe holen können. Manchmal halten die Täter sogar die ganze Nacht Telefonkontakt. Eine Seniorin wusste sich trotzdem zu helfen: "Sie hat gesagt, dass sie auf die Toilette muss, hat den Hörer zur Seite gelegt und ist mit dem Handy auf den Balkon gegangen, um Hilfe zu rufen", berichtet Liedhegener.

In einem anderen Fall dirigierte ein Täter eine Seniorin zur Bank, damit sie ihre Ersparnisse abholt. "Auf dem Weg dorthin ist sie in eine Metzgerei gegangen und hat einen Zettel auf den Tresen gelegt. Auf dem stand, dass sie betrogen werden soll", so der Kriminalhauptkommissar.

"Die echte Polizei fragt nie nach Vermögensverhältnissen"

Natürlich habe nicht jeder die Nerven, sich scheinbar auf die Forderungen einzulassen und gleichzeitig Lockvogel zu spielen. Doch: "Das sind genau die Fälle, wo wir was machen können", so Liedhegener.

Wie geschickt die Täter vorgehen, beweist, dass vor Kurzem sogar fast ein pensionierter Polizist auf einen Betrüger hereingefallen sei. Liedhegener betont: "Die echte Polizei fragt nie nach den Vermögensverhältnissen und holt auch nie Geld oder Schmuck zuhause ab!"

 

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