Polizeieinsatz für Moosach Prügel-Mädels: Jetzt redet das Schulamt!

Mittelschule an der Haldenbergerstraße in Moosach. Gerhard Zimmermann (kleines Bild) vom Staatlichen Schulamt sagt: "Der Schulleiter hat vollkommen richtig gehandelt." Foto: Gregor Feindt

Zwei Mädchen (14) kommen betrunken zum Unterricht und prügeln sich mit der Polizei. Was der Vize des zuständigen Schulamts dazu sagt

Moosach - Am Dienstag (28. Januar) sorgten zwei völlig betrunkene 14-Jährige in der Mittelschule an der Haldenbergerstraße in Moosach für einen Polizeieinsatz (AZ berichtete). Die Mädchen erschienen mit Alkoholfahne in einer siebten Klasse zum Unterricht, wobei die eine gar nicht zur Schule gehörte.

 

Die Deutsch-Polin und ihre gleichaltrige Freundin, deren Eltern aus dem Kosovo stammen, randalierten. Später, als der Schulleiter die Polizei verständigt hatte, prügelten und traten die Mädchen auf Beamte ein.

"Ihr stinkt nach Scheiße!"

Die 14-Jährigen beschimpften die Polizisten mit „Ihr stinkt nach Scheiße!“, eine drohte gar: „Ich bring Euch alle um!“

In Handschellen wurden die Mädchen abgeführt, die Polizei nahm sie in Gewahrsam. Wenig später flüchtete die Deutsch-Polin, die erst am Vortag an die neue Schule gekommen war, aus einer Jugendschutzstelle und galt zunächst als vermisst.

Inzwischen ist sie wieder aufgetaucht. Sie hatte die Nacht bei einer Freundin verbracht. 

Wie geht es jetzt weiter mit den Mädchen? Ist der Ausraster der beiden ein Einzelfall oder haben Mittelschulen in München ein Alkoholproblem? Die AZ sprach mit Gerhard Zimmermann (64), Vize des Staatlichen Schulamtes, das für die Mittelschule an der Haldenbergerstraße zuständig ist.

AZ: Herr Zimmermann, wie häufig kommt es vor, dass in München Schüler betrunken zum Unterricht erscheinen oder auf dem Schulgelände Alkohol trinken?
Man kann nicht sagen, dass das ein generelles Problem wäre. Gleichzeitig wissen wir alle, dass Jugend-Alkoholismus zunimmt. Solch einen krassen Fall hatten wir aber noch nie.

Gibt es Zahlen?
Dass Schüler betrunken zum Unterricht erscheinen, diese Zahl geht gen Null.

Die Schülerin, die neu an der Mittelschule war, hatte reichlich zwei Stunden nach dem Vorfall immer noch über ein Promill Alkohol im Blut. Ihre Freundin hatte nach AZ-Informationen 0,62 Promille. Bei der Polizei gaben die beiden an, Wodka getrunken zu haben. Ist inzwischen geklärt, ob sie sich auf dem Schulgelände betrunken haben?
Das weiß ich nicht. Da müssen die Mädchen erst befragt werden. Ich weiß nur, dass die eine Schülerin, die erst seit Montag in der Schule war, kurzzeitig weg war und später wieder aufgetaucht ist.

Wird dieses Mädchen weiter auf dieser Schule bleiben?
Darüber wird die Lehrerkonferenz der Schule entscheiden müssen. Aber ohne dass ich der Entscheidung vorgreifen möchte – ich kann es mir kaum vorstellen. Da ist jeder Lehrer, jeder Pädagoge überfordert.

Für die Mädchen besteht ja noch Schulpflicht, in Bayern bedeutet das neun Jahre Vollzeitschulpflicht.
Das ist richtig, aber es stellt sich die Frage, ob die Schülerin in ihrer momentanen Verfassung überhaupt in einer Regelschule bleiben kann. Sie musste aus disziplinarischen Gründen bereits die Rudolf-Diesel-Realschule verlassen.

Wird in solchen Fällen das Jugendamt eingeschaltet?
Einen Automatismus gibt es da nicht. Aber in diesem Fall wurde das Jugendamt verständigt.

Wie geht es jetzt weiter? Allein mit Appellen an die Einsicht der beiden wird man hier nicht mehr weiterkommen. Jetzt muss man mal abwarten, was das Jugendamt für Maßnahmen sinnvoll erachtet. Da gibt es jetzt eine intensive Kommunikation mit den Schulen.

Hat sich der Schulleiter richtig verhalten?
Ja absolut! Er hat das ganz genau so gehandhabt, wie wir uns das wünschen und wie es erforderlich war. Er hat zunächst die Eltern informiert und als klar war, dass eine Gefährdung auch für andere besteht, hat er die Polizei eingeschaltet.

 

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