Polizei warnt vor dieser Masche Romance-Scamming: Das fiese Spiel mit der Liebe im Internet

Eine Landshuterin ist auf einen Betrüger im Internet hereingefallen. Sie träumte von der Liebe, der "Love-Scammer" nutzte das eiskalt aus. Foto: Dominic Lipinski

Erst entwickelte sich zwischen einer Frau aus Landshut und ihrem Betrüger im Internet eine Liebelei. Doch dann wollte er nur ihr Geld.

 

Landhsut - Eine 60-jährige Landshuterin ist auf einen Betrüger im Internet hereingefallen. Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, lernte die Frau den Mann, der sie später noch teuer zu stehen kommen sollte, über das soziale Netzwerk Facebook kennen.

Zwischen der Landshuterin und dem jetzt gesuchten Mann - über den die Polizei am Dienstag keine Angaben machen konnte -, entwickelte sich über mehrere Wochen einen "Liebelei", zumindest glaubte die 60-Jährige an eine solche.

Polizei warnt vor Romance-Scamming im Internet

Doch die Romanze war nur vorgespielt. Der Mann, der eine falsche Identität benutzte, erschlich sich das Vertrauen der Dame.

Wie genau der Betrüger es schaffte, dass die Landshuterin ihrem angeblichen Verehrer, den sie noch nie gesehen hatte, schließlich Geld überwies, ist unklar. Fest steht nur, dass die Landshuterin dem Mann zweimal eine vierstellige Summe auf ein Konto einzahlte. Zu einem Date kam es dennoch nicht. Auf eine spätere Aufforderung, das Geld zurückzuüberweisen, reagierte der Betrüger ebenfalls nicht. Schließlich entschied sich die Landshuterin, eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten.

Die windige Masche im Internet nennt sich "Romance-Scamming" oder "Love-Scamming" und ist nicht neu, aber immer noch ein einträgliches Geschäft für Betrüger. Mit Fake-Profilen und gefälschter Vita werden alleinstehende, vermögende Männer und Frauen angeschrieben und Interesse vorgegaukelt. Ebenfalls fiktiv ist dann die finanzielle Notlage, in der sich der "Love-Scammer" befinden. Ihren Opfern ziehen sie so das Geld aus der Tasche.

Betrug im Internet - Fälle landen vor Gericht

Landshuts Polizeisprecher Stefan Scheibenzuber warnt in diesem Zusammenhang, sich nicht auf unbekannte Personen im Internet derart bedingungslos einzulassen. "Die Geschädigte hat in diesem Fall das Geld im guten Glauben überwiesen. Betrüger täuschen in der Regel Notlagen vor und nutzen die Hilfsbereitschaft ihrer Opfer aus. Betrüger sind da recht kreativ", so der Polizeisprecher.

Erst im Juli vergangenen Jahres musste sich ein 24-Jähriger am Landgericht Landshut verantworten, weil er angeblich mit einer Betrügerbande Frauen aus Deutschland mit falschen Versprechungen mehr als 140.000 Euro aus der Tasche gezogen haben soll. Eine Beteiligung an der Tat war dem Mann schließlich nicht nachzuweisen, er wurde freigesprochen.

In einem Prozess in München ging es im September 2018 um noch weitaus mehr Geld: Drei Männer mussten sich wegen Betrugs verantworten. Sie hatten mit weiteren Tätern auf bekannten Dating-Plattformen wie Lovescout 24 falsche Profile angelegt, andere Nutzerinnen und Nutzer angeflirtet und diese schließlich um Geld geprellt. Insgesamt war so mehr als eine Million Euro Beute zusammengekommen.

Die Männer sind zu Haftstrafen zwischen zweieinhalb Jahren und drei Jahren und neun Monaten verurteilt worden. Eines ihrer Opfer hatte sogar einen Kredit aufgenommen.

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