Polizei warnt vor Betrügerbanden Enkeltrick und andere Betrugsmaschen: Fälle häufen sich

Geben Sie NIEMALS Geld an Unbekannte, auch wenn sie sich als Verwandte ausgeben. Foto: dapd/Sebastian Willnow

Schon wieder zwei Fälle von Trickbetrug in München. Nur durch das aufmerksame Handeln von Bankangestellten und der Polizei konnte der Schaden begrenzt werden. Doch die Fälle häufen sich.

 

München – Betrügerbanden treiben ihr Unwesen in München und versuchen zunehmend die Gutgläubigkeit der Münchner auszunutzen. Wieder einmal hat die Polizei zwei Fälle der miesen Maschen aufgedeckt und gibt Tipps, wie man sich schützen kann.

Was passiert ist:

Fall 1:

Am Mittwoch, 25.06.2014, gegen 11.00 Uhr, klingelte eine ca. 60 Jahre alte Frau an der Wohnung einer 82-jährigen Rentnerin. Sie teilte der Rentnerin mit, dass sie sich freue, sie wieder zu sehen. Obwohl der Rentnerin die Dame völlig unbekannt war, ließ sie sie in ihre Wohnung. Dort erklärte die Unbekannte, sie wolle in Deutschland bleiben und ihr fehle dafür jedoch Geld. Sie bat die Rentnerin um mindestens 1.000 Euro, die sie selbstverständlich zurückzahlen werde.

Nachdem die Seniorin die Frau zunächst abgewiesen hatte, verließ sie die Wohnung wieder. Gegen 15.00 Uhr sprach die unbekannte ca. 60-Jährige erneut bei der Seniorin vor und wiederholte ihr Ansinnen. Die 82-Jährige ließ sich jetzt erweichen und übergab der Täterin 1.000 Euro in bar. Die unbekannte 60-Jährige ist danach nicht mehr bei der Rentnerin erschienen.

Am nächsten Tag, gegen 11.00 Uhr, erhielt die 82-Jährige einen Anruf eines unbekannten Mannes. Dieser gab sich als Polizist von der Ettstraße aus und nahm Bezug auf den Vorfall vom Vortag. Er verlangte, dass die Seniorin 10.000 Euro von ihrem Konto abhebe, da er das Geld in ihrer Wohnung überprüfen müsse. Die wohl bereits ziemlich altersdemente Seniorin kam dieser Aufforderung zwar nach, wurde jedoch von einem Angestellten ihrer Hausbank darüber aufgeklärt, dass hier offensichtlich ein Betrugsversuch vorliegt. Daraufhin erstattete sie Anzeige bei der Polizei.

Täterbeschreibung: Weiblich, ca. 60 Jahre alt, ca. 170 cm groß, orientalisches Aussehen, schwarze, glatte, nackenlange Haare.

Zeugenaufruf: Personen, die sachdienliche Hinweise geben können, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium München, Kommissariat 65, Tel. 089/2910-0, oder jeder anderen Polizeidienststelle in Verbindung zu setzen.

Fall 2:

Bereits am Mittwoch, 22.01.2014, gegen 14.30 Uhr, wurde ein 76-jähriger pensionierter Polizist in der Senftenauerstraße von einer ihm unbekannten Frau angerufen. Sie gab sich als seine Nichte „Sandra“ aus und bat aufgrund finanzieller Schwierigkeiten bei einem Wohnungskauf um einen Geldbetrag in Höhe von 42.000 Euro. Der 76-Jährige erkannte sofort, dass es sich um einen Trickbetrug handelt, ging aber zum Schein auf die Forderung der Frau ein.

Er vereinbarte, zur Bank zu gehen und 28.000 Euro abzuheben. In der Bank schilderte er dem Mitarbeiter die Situation und bat ihn, die Polizei zu verständigen. Daraufhin wurde er von Zivilstreifen nach Hause begleitet. Nach weiteren Kontrollanrufen brach die vermeintliche Nichte gegen 17.00 Uhr das Gespräch plötzlich ab und erklärte, dass sie das Geld nicht mehr benötigen würde. Gegen 16.15 Uhr wurde eine eingesetzte Zivilstreife von einer Frau angesprochen, die mit einem Taxi in der Senftenauerstraße hielt und nach der Wohnadresse des Pensionisten fragte.

Lesen sie hier: Gesuchte Enkeltrickbetrüger festgenommen

Die Personalien der unbekannten Frau konnten jedoch im Rahmen des Einsatzes nicht aufgenommen werden. Die darauf folgenden Ermittlungen ergaben jedoch, dass um 15.43 Uhr eine Frau am Taxistand Petuelring mit dem Ziel Senftenauerstraße in ein Taxi gestiegen war. Der Taxifahrer gab bei seiner Vernehmung an, dass er den Hundert-Euro-Schein, mit dem die Frau die Fahrt bezahlt hatte, noch besitzt. Dieser wurde daraufhin sichergestellt und durch die Spurensicherung sowie durch das Bayerische Landeskriminalamt spurentechnisch untersucht.

Im jetzt vorliegenden Gutachten konnte der linke Daumenabdruck einer 34-jährigen Tschechin auf diesem Geldschein festgestellt und sie dadurch als Spurenverursacherin sowie Abholerin zu dieser Tat identifiziert werden. Die Tschechin wurde im April in Bamberg nach einem weiteren Enkeltrickbetrug festgenommen und sitzt derzeit in der Justizvollzugsanstalt Bamberg.

Was die Polizei rät:

  • Bewahren Sie keine größeren Bargeldbestände zu Hause auf. 
  • Werden Sie misstrauisch, wenn überraschend angebliche Freunde und Bekannte von Familienmitgliedern Sie um größere Geldbeträge bitte. 
  • Halten Sie Rücksprache mit Ihrer Bank, wenn Sie durch angebliche Mitarbeiter aufgefordert werden, Ihr Geld abzuheben. 
  • Schreiben Sei keine Geheimnummern auf. 
  • Werden Sie misstrauisch, wenn Sie jemand auffordert, für ein angeblich lukratives Geschäft höhere Geldbeträge abzuheben. 
  • Bewahren Sie Notfallnummern griffbereit auf. 
  • Gesundes Misstrauen ist keine Unhöflichkeit! Rufen Sie in diesen Fällen umgehend die Polizei unter 110!
 

15 Kommentare