"Polizei-Uniform" und "Gasflaschen" gefunden Neue Informationen zum Anti-Terror-Einsatz in München

Schwerbewaffnete Spezialkräfte der Polizei durchsuchten das Hotelzimmer in Berg am Laim. Foto: Th. Gaulke

Nach dem Anti-Terror-Einsatz in einem Münchner Hotel hat die Polizei nun weitere Details veröffentlicht. Sie erklären, wie es zu der Falschmeldung kommen konnte.

 

MünchenWie bereits berichtet hatte eine Angestellte des Hotels in Berg am Laim verdächtige Beobachtungen in einem von Iranern bewohnten Zimmer gemacht. Sie gab an, dass in dem Zimmer Uniformteile und Butangasflaschen herumliegen würden.

Als die Polizei am Donnerstagabend vor Ort eintraf, verhörte sie zunächst einen 30-jährigen Iraner, der sich vor dem Hotel aufhielt. Er informierte die Beamten, dass sich in dem Hotelzimmer drei weitere Männer und eine Frau befänden. Mit diesen Informationen stürmte schließlich ein schwerbewaffnetes Spezialeinsatzkommando das Hotelzimmer.

Dort trafen die Polizisten zwar die zuvor benannte Frau an, von den drei Männern fehlte jedoch jede Spur. Daraufhin wurde eine Fahndung nach den Männern und zwei Fahrzeugen eingeleitet. Über die verdächtigen Gegenstände, die Fahndung nach drei Männern und die Suche nach zwei BMWs wurde auch in der ursprünglichen Meldung von Focus Online berichtet.

Polizei-Kappe für den Neffen und Gasflaschen für den Campingkocher

Im Lauf der weiteren Untersuchungen der Polizei stellte sich dann jedoch offenbar heraus, dass die Hotelangestellte aus der sich ihr darbietenden Situation die falschen Schlüsse gezogen hatte.

So befanden sich in dem Zimmer nicht Teile einer Polizeiuniform, sondern lediglich eine Plastiktüte mit einer schwarze Weste und einem schwarzen Basecap mit dem Aufdruck "Police". Die Kappe habe einer der Männer für einen Neffen gekauft, der Polizei-Fan ist.

Und auch für die Gasflaschen gab es eine harmlose Erklärung: Offenbar hatten die iranischen Flüchtlinge in dem Zimmer einen Campingkocher verwendet und dafür drei 0,5 Liter Gaskartuschen gekauft.

Schleuser brachte Flüchtlinge nach Deutschland

Bei den Iranern handelt es sich offenbar um Flüchtlinge, die mit Hilfe eines Schleusers nach Deutschland gelangt sind.

Aus diesem Grund mieden die Männer und die Frau den Kontakt zu anderen Personen und verwehrten der Putzfrau den Zutritt zum Hotelzimmer. Dieses Verhalten und die zuvor gemachten Beobachtungen führten schließlich dazu, dass das Hotelpersonal die Polizei alarmierte.

Nachdem sie keine verdächtigen Gegenstände finden konnte, betrachtet die Münchner Polizei den Fall als abgeschlossen. Gegenüber der AZ bestätigte ein Sprecher, dass der Staatsschutz sich nicht in die Ermittlungen eingeschaltet hat, da kein terroristischer Zusammenhang erkennbar ist.

Wie es mit den Flüchtlingen und dem Schleuser nun weitergeht, ist derzeit noch unklar.

 

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