Politik Wikileaks veröffentlicht neues CIA-Papier

Der Wikileaks-Chef und Gründer, Julian Assange Foto: dpa

WASHINGTON - Internet-Aktivist Julian Assange kann aufatmen: Die StockholmerStaatsanwaltschaft hat die Ermittlungen zu Vergewaltigungs-Vorwürfenkomplett eingestellt, eine zweite Untersuchung abgeschwächt. In denUSA wurden von Wikileaks unterdessen neue CIA-Papiere veröffentlicht.

 

Erneut ist ein Dokument des US-GeheimdienstesCIA an Wikileaks durchgesickert. Die Enthüllungsplattform im Internetveröffentlichte am Mittwoch eine als geheim eingestufte, drei Seitenumfassende Analyse. US-Medien bezeichneten das Papier als wenigbrisant und unkonkret. Betrachtet werden mögliche Konsequenzen fürden internationalen Anti-Terror-Kampf, wenn US-Bürger im AuslandAnschläge verüben sollten. Das Papier wurde von der CIA-Abteilung„Red Cell“ angefertigt, die nach den Anschlägen vom 11. Septemberentstand. Wikileaks veröffentlichte bereits mehrfach Dokumente dieserinternen Expertengruppe.

Unterdessen wurden in Schweden Vorwürfe gegen den Wikileaks-Gründer Julian Assange deutlich relativiert. Bei den Vorwürfen wegensexueller Übergriffe gegen ihn hat die Staatsanwaltschaft einenRückzieher gemacht. Oberstaatsanwältin Eva Finné kündigte am Mittwochdie komplette Einstellung aller Ermittlungen zum Vergewaltigungs-Vorwurf einer Frau an. Bei einem zweiten Fall wird der Verdacht„sexueller Belästigung“ zu „Belästigung“ abgeschwächt.

Assange war mit Wikileaks durch die Veröffentlichung der geheimenUS-Dokumente zum Afghanistan-Krieg weltweit bekannt geworden. Siehatte im Juli das Pentagon auf den Plan gerufen. Zwar stehe in denDokumenten nichts wirklich Neues, die Veröffentlichung gefährdejedoch US-Soldaten.

Die US-Militärs ermitteln in diesem Zusammenhang auch gegen denGefreiten Bradley Manning, der die Papiere weitergeleitet haben soll.Ihm wurde bereits vorgeworfen, im Februar ein Video aus einemKampfhubschrauber im Irak an Wikileaks weitergegeben zu haben. Datenauf seinem Laptop ließen darauf schließen, dass er auch für dieWeitergabe der Dokumente aus Afghanistan verantwortlich sei,berichteten US-Medien.

Die Stockholmer Anklägerin will bei den weiteren Ermittlungenwegen des Nötigungs-Verdachts nun auch den Wikileaks-Kopf erstmalsselbst verhören. Im Rundfunksender SR wollte Finné nicht begründen,warum es jetzt nur noch um „Belästigung“ und nicht mehr um „sexuelleBelästigung“ geht. Die Angaben der Frauen über ihre sexuellenKontakte mit dem Australier hatten am Wochenende zu einem Haftbefehlgeführt, der innerhalb von 24 Stunden ohne Begründung wiederzurückgenommen wurde.

Assange bestreitet die Angaben der Frauen und erklärte in Medien-Interviews von seinem geheimem Aufenthaltsort in Nordschweden aus,die Vorwürfe seien Teil einer von außen gesteuertenVerleumdungskampagne.

dpa

 

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