Politik Obama macht jetzt wieder Außenpolitik

Barack Obama in Afghanistan Foto: dpa

WASHINGTON - Der US-Präsident unternimmt nach dem Sieg bei der Gesundheitsreform einen Afghanistan-Blitztrip. Das scheint sich auch zu lohnen, denn die Zustimmung im eigenen Land steigt wieder.

 

Die wichtigste innenpolitische Hürde ist mit der Gesundheitsreform genommen – nun versucht US-Präsident Barack Obama offenbar, wieder mit der Außenpolitik zu punkten. Mit seinem Überraschungsauftritt in Afghanistan hat Obama jetzt deutlich gemacht, dass er den Kampf gegen den Terror wieder zur absoluten Chefsache machen will. Die Öffentlichkeit nimmt’s befriedigt zur Kenntnis: Die Zustimmung der Landsleute zu Obamas Afghanistanpolitik stieg von 49 auf 57 Prozent.

Obama war am Sonntagabend ohne Vorankündigung zu seinem ersten Afghanistanbesuch seit der Amtsübernahme vor mehr als einem Jahr gelandet. In einem 30-minütigen Treffen mit Afghanistans Präsident Hamid Karsai mahnte der US-Präsident einen verstärkten Kampf gegen die Rauschgiftmafia und gegen die Korruption in seiner eigenen Regierung an. Im Mai soll Karsai den Besuch in Washington erwidern – und möglichst Ergebnisse im Gepäck haben.

Doch die Situation bleibt angespannt. Nur wenige Stunden nach dem Ende von Obamas Blitzbesuch beschossen die Taliban die US-Basis Bagram mit einer Rakete. Noch kurz zuvor hatte Obama dort seine Rede gehalten. Das Geschoss schlug auf dem Militärgelände ein, ohne größeren Schaden anzurichten. Und der Präsident war zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon wieder auf dem Rückflug. mue

 

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