Politik Die CSU darf alles

Das Maximilianeum: Sitz des Bayerischen Landtags Foto: Martha Schlüter

MÜNCHEN - Was ist im bayerischen Landtag erlaubt, was verboten? - Wenn fünf Parteien in einem Haus arbeiten, gibt’s schnell Streit. Rügen für Freie Wähler und Grüne.

 

Aufgeregt hatte sich Landtags-Vize Reinhold Bocklet (CSU), weil die Grünen im Hof des Landtags für die BR-Politsendung „Kontrovers“ zwei gelbe Atommüll-Fässer aufstellten und ihr riesiges Transparent für die neue Anti-Atom-Kampagne auf dem Pflaster entrollten. Laut Hausordnung dürfen solche Aktionen nur in den Räumen der Parteien stattfinden. Dort aber war es dem BR-Kamerateam zu eng und zu dunkel. Die Grünen konterten: „Die CSU hat’s auch gemacht.“

Im Februar hatte die CSU-Fraktion eine Armada Luftballons vor der Westpforte in den weiß-blauen Himmel steigen lassen. An ihnen hingen Kinderwünsche, wie sich die Kleinen Bayern vorstellen. Der Auftakt für die CSU-Aktion „Was ist deine Idee für Bayern?“.

Auch die Freien Wähler klagten. Sie wollten am Donnerstag im „Steinernen Saal“ vor dem Landtagsplenum dem Ministerpräsident 430 Hilferufe der Kommunen übergeben, wurden damit aber in den PK-Raum verbannt. Die Regel lautet: „Keine Parallelveranstaltungen zum Plenum!“

Die CSU aber durfte gleich nebenan im großen Senatssaal ihren „Girls-Day“ zelebrieren. Im Ältestenrat einigten sich nun alle, sich mehr an die Hausordnung zu halten.

 

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