Politik Angst vor dem Untergang – „Dann droht das Mittelalter“

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Die Griechen reagieren mit Schock, Wut und Stolz auf die schlechten Nachrichten. „Unser Vormund, der Vermögenverwalter, gibt jetzt die Befehle“, heißt es in der Presse unter Anspielung auf EU und Währungsfonds.

 

In Griechenland herrscht Angst vor dem Untergang. „Wir zählen jetzt unsere Freunde“, sagt Spyros R., der lange in Deutschland gelebt hat und jetzt in Athen eine Autowerkstatt betreibt: „Es ist falsch, immer von den Pleite-Griechen zu sprechen“, sagt er: „Wir sind alle eine Familie in Europa“, sagt er, „wir haben schließlich alle Leichen im Keller – die Deutschen auch.“

Nicht nur die Berichterstattung in Deutschland trübt die Stimmung: „Unser Vormund, der Vermögenverwalter, gibt jetzt die Befehle“, heißt es in der Presse unter Anspielung auf EU und Währungsfonds. Die sozialen Einschnitte sind tief: „Sogar der 13. Lohn soll amputiert werden.“

Doch die Stimmung geht über Angst und Wut hinaus: „Endlich werden EU und Währungsfond kommen, Ordnung schaffen und das Land modernisieren, sagt Kneipenbesitzer Andreas in der Athener Altstadt.

Nur eine Zwei-Drittel-Gesellschaft habe von Vetternwirtschaft, Korruption und EU-Geldern gelebt. Diese Zweidrittel-Gesellschaft müsse beendet werden.

Die Reaktion der einfachen Leute lässt nicht auf sich warten. Gestern legte ein Streik der Seeleute die Fähren zu den Inseln lahm. Piloten meldeten sich aus Protest krank. Und was, wenn die drastischen Maßnahmen nicht greifen, wenn Märkte sich nicht beruhigen lassen und Kredite nichts bewirken?

Riesige Streiks, gescheiterte Reformen und anschließendes Chaos, das ist das Horrorszenario für viele Griechen: „Dann droht das Mittelalter“, schrieb die Zeitung „To Vima“.

 

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