Pokalheld für 1860 gegen Kiel Rubin Okotie, der Retter der Löwen

Rubin Okotie - hier gegen den 1. FC Kaiserlautern - hat schon vier Tore für den TSV 1860 München erzielt. Foto: dpa

Vier Treffer in drei Spielen: Rubin Okotie überzeugt bislang als einziger der Neuzugänge beim TSV 1860 München. Trotzdem sagt Löwen-Trainer Moniz: „Wir brauchen noch einen Stürmer und einen Rechtsaußen.“

 

München - Nach dem Löwen-Training lässt sich Rubin Okotie die Bälle gerne von beiden Seiten von seinen Kollegen in den Strafraum flanken. Zack! – Direktabnahme, aber auch per Kopf oder mit anderen Körperteilen bringt er die Hereingaben im Tor unter – freilich verfehlt er es auch ab und an. Löwen-Stürmer Rubin Okotie, österreichischer Neuzugang von Austria Wien, ist die einzige Neu-Verpflichtung der Löwen, die bisher wirklich eingeschlagen hat.

Beim glücklichen 2:1-Sieg in der ersten Runde des DFB-Pokals bei Holstein Kiel drehte der 27-Jährige die Partie nach 0:1-Rückstand per Doppelpack: Erst traf er per Kopfball-Aufsetzer aus typischer Mittelstürmer-Position und legte mit einem verwandelten Elfer nach.

Okotie, Matchwinner und Pokal-Held. „Es geht doch nicht um mich, sondern um Sechzig. Wichtig war, dass wir die nächste Runde erreicht haben. Ohnehin fühle ich mich nicht als Pokalheld“, sagte Okotie. Dennoch: Ihm ist es zu verdanken, dass nach den beiden Auftakt-Pleiten in der Liga etwas Ruhe eingekehrt ist an der Grünwalder Straße. Okotie liegt mit vier Treffern in drei Pflichtspielen im Soll, er hatte auch schon bei der 2:3-Pleite in Kaiserslautern zweimal getroffen.

Sein Trainer Ricardo Moniz sieht den Österreicher mit nigerianischen Wurzeln „auf einem guten Weg. Er ist sehr präsent, hat die richtige Körpersprache. Und er ist auch physisch sehr stark.“ Im Gegensatz zu seinen früheren Stationen, als Okotie hauptsächlich zwischen Austria Wien, dem 1. FC Nürnberg und Sturm Graz pendelte, öfter verletzt war und nirgends restlos überzeugen konnte. „Er hat sein Potenzial bisher nicht ausgeschöpft, und das mit 27! Er verliert zwar noch zu viele Bälle, aber ich hoffe, dass er jetzt spät den Durchbruch schafft“, sagt Moniz.

Ein Knorpelschaden und Knieprobleme kosteten ihn 2009 nach vier Länderspielen in der Auswahl Österreichs auch eine längere Karriere als Nationalspieler. Unbemerkt blieb sein Engagement in der ersten dänischen Liga, als er von Wien an SönderjyskE ausgeliehen war und in 15 Pflichtspielen elf Treffer erzielte: Okotie: „Das hat in Österreich niemanden interessiert. Aber nach Deutschland schauen sie schon eher.“ Dort trifft Okotie jetzt auch.

Trotz seines doppelten Doppelpacks sind Moniz und Sportchef Gerhard Poschner nach wie vor auf der Stürmer-Suche. „Wir brauchen noch einen Stürmer und einen Rechtsaußen. Wenn Okotie wegfällt, haben wir niemanden dahinter“, beschreibt Moniz die Dringlichkeit.

Poschner sei laut Moniz täglich mit möglichen Neuverpflichtungen beschäftigt: „Hoffentlich passiert diese Woche was.“ Moniz‘ Anforderungsprofil: „Wir brauchen schnelle Spieler, die ins Eins-gegen-Eins gehen und Überzahl schaffen können.“

Während die Verantwortlichen weitersuchen, empfiehlt sich Okotie mit Toren. „Er ist ein toller Stürmer, er kann alles, ist fleißig und willig, macht Extra-Schichten vor dem Tor und auch im Kraftraum“, lobt Gabor Kiraly. Fit ist er schon, jetzt muss Okotie mit dem Toreschießen – wie im Training – in den nächsten Spielen weitermachen. Dann kann sich der neue Stürmer hinten anstellen.

 

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