Pokal gegen Dortmund "Versuchte Körperverletzung": Streit um Martínez-Foul

"Das hat weh getan, das war recht brutal", sagte Robert Lewandowski nach der Partie, gab sich aber auch versöhnlich: „Das ist eben Fußball." Foto: Rauchensteiner

Javi Martínez erwischt Robert Lewandowski übel am Knöchel und kommt mit Gelb davon. Im Poker um den BVB-Stürmer will Bayern (noch) nichts zahlen

 

MÜNCHEN Es war der Aufreger des Spiels – mal abgesehen von Robbens Schlenzer zum 1:0-Sieg gegen Borussia Dortmund am Mittwochabend: das Foul von Javi Martínez in der 63. Minute gegen Bald-Bayer Robert Lewandowski.

Sky-Kommentator Marcel Reif schrie nach der rüden Attacke live im TV auf: „Das war versuchte Körperverletzung!"

In der Tat war es nicht die feine spanische Art, wie Martínez reingrätschte und den Polen, womöglich bald sein Klubkollege, am Knöchel traf. Lewandowski war rechtzeitig hochgesprungen – und blieb trotz des Einschlags unverletzt. Schiedsrichter Kurt Kircher war gnädig und beließ es ungeachtet der wilden wie wütenden Proteste der Dortmunder Bank bei einer Gelben Karte. So dunkel war eine Verwarnung jedoch selten. Glück für die Bayern, Glück für Martínez, der ansonsten sicherlich mindestens zwei Spiele Sperre kassiert hätte.

„Das war richtig gefährlich, bei einer Roten Karte hätte es auch keinen Aufschrei in Deutschland gegeben”, beklagte sich hinterher BVB-Trainer Jürgen Klopp bei Sky und verglich die Attacke mit dem Rot-Foul, für das der Pole in der Liga für drei Partien gesperrt worden war. Klar, dass Bayern-Trainer Jupp Heynckes das anders sah, er meinte, dass Gelb ausgereicht habe. Wie immer: Ansichtssache.

Für Lewandowski war die Tatsache, ohne schlimmere Blessur davongekommen zu sein, das Positivste dieses Abends. „Das hat weh getan, das war recht brutal", sagte der 24-Jährige nach der Partie, klang jedoch versöhnlich: „Das ist eben Fußball."

Ansonsten war es ein gebrauchter Abend für den Polen in seiner künftigen Heimat, seine üblichen Vorlagenlieferanten Reus und Götze ließen den Mann mit der „9” im Stich, er kam kaum ins Spiel, hatte keine gefährliche Szene. Angesprochen auf die Frage, ob der Stürmer diesen Sommer oder erst 2014 zum FC Bayern wechseln werde, sagte er selbst nur: „Wir müssen warten.” Laut „Bild” hat es eine Wende im Poker gegeben. Bayern habe beschlossen, Lewandowski für lau zu verpflichten, ablösefrei nach Vertragsende 2014. Dass Lewandowski geht, ist klar. Der Pole werde seinen Vertrag beim BVB nicht verlängern, sagte Sportdirektor Michael Zorc vor der Partie bei „Sky".

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Auf die meist diskutierte Person der Liga angesprochen, konterte Klopp in der ARD mit einer Spitze gegen die Bayern: „Mich würde viel mehr interessieren, wo Gomez und Robben nächstes Jahr spielen. Ich kann mir schwer vorstellen, dass die beiden noch mal so ein Jahr haben wollen." Nicht die feine Art. Foul von Klopp.

 

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