Halbfinale in Reichweite EHC München siegt: Auf ein Letztes

Zweifacher Torschütze für den EHC: Keith Aucoin. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Titelverteidiger EHC München eilt dem Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft entgegen. Keith Aucoin trifft doppelt. In den anderen Viertelfinal-Serien geht es enger zu.

München/Mannheim - Der Meister darf sich nun als Dreiviertel-Halbfinalist fühlen. Der EHC Red Bull München gewann vor 5320 Zuschauern auch das dritte Spiel dieser Viertelfinal-Serie (Best of seven) gegen Aufsteiger Bremerhaven mit 3:2.

Damit kann der EHC, der bereits die ersten beiden Partien (4:1, 3:0) gewonnen hatte, am Mittwoch (19.30 Uhr) den Einzug in die Runde der letzten Vier klar machen. EHC-Profi Keith Aucoin: "Bremerhaven hat einen guten Start erwischt und früh das Tor gemacht, dann konnten wir aber ausgleichen. Danach haben wir gut gespielt. Es ist natürlich schön, dass mir heute meine ersten Playoff-Tore gelungen sind. Das Spiel, in dem man die Serie entscheiden kann, ist immer das Schwerste. Wir müssen also bereit sein."

Dabei gefiel sich Bremerhaven, wie schon in Partie eins dieser Viertelfinale-Serie, anfangs in der Rolle des Party-Crashers. Nur 86 Sekunden waren vorbei, dann griff Goalie Danny aus den Birken, der in Spiel 2 seinen Kasten noch sauber gehalten hatte, ins Leere. Das 1:0 durch Cody Lampl für dem Aufsteiger gegen den Meister.

Der erste Stimmungsaufheller kam in der 12. Minute. Verteidiger Derek Joslin packte in der ersten Münchner Überzahl den Hammer aus, sein Schlagschuss landete im Bremerhavener Kasten – Torwart Jani Nieminen chancenlos, das 1:1! In der 15. Minute die Chance zur erstmaligen Führung für den EHC, doch Jon Matsumoto scheiterte mit einem Penalty an Nieminen.

"Wir sind die ersten Minuten nicht richtig im Spiel gewesen, aber mit dem ersten Powerplay haben wir die Partie in den Griff bekommen", sagte Stürmer Frank Mauer in der Drittelpause, "schon die ersten beiden Spiele waren sehr hart, sehr eng. Bremerhaven ist ein sehr gefährlicher Gegner."

Im zweiten Drittel machte München Druck, Joslin mit einem Pfostenkracher. Einen noch kräftigeren Schluck Zielwasser hatte sich Keith Aucoin gegönnt, von Brooks Macek mustergültig in Szene gesetzt, traf er ins kurze Kreuzeck – 2:1 (27.). Damit ging es in die Pause.

"Es ist noch alles drin", sagte Bremerhavens Verteidiger Kevin Lavallee, der Ex-EHCler, "es ist egal, wer schöner spielt, es zählt nur das Ergebnis." Wie recht er hatte, bewies Jeremy Welsh in der 42. Minute, sein Gewaltschuss fand den Weg an aus den Birken vorbei zum 2:2 ins Netz. Doch gereizte Bullen sind bekanntlich am gefährlichsten. In der 46. Minute war es erneut Aucoin, der in Unterzahl (!) einen Konter mit gefrierband-verursachender Coolness zum 3:2 versenkte.

"A Guada hoits aus"

In der 51. Minute der EHC mit einem weiteren Pfostenschuss durch Kapitän Michael Wolf. Ein harter Fight, Chancen auf beiden Seiten, aber es blieb beim 3:2 für den EHC. Nichts für schwache Nerven. Eishockey lebt von solchen Krimis, aber auch seinen kleinen Helden-Sagen. So geschehen im zweiten Spiel der Viertelfinalserie. In Bremerhaven waren am Freitag erst 31 Sekunden vorbei, da checkte Jeremy Welsh den Münchner Konrad Abeltshauser von hinten Kopf voraus in die Bande.

Der Ur-Bayer blieb schmerzverzerrt liegen, das Eis unter ihm färbte sich blutrot. Für Welsh war die Partie mit einer Spieldauerdisziplinstrafe beendet. Abeltshauser wurde von den Ärzten in die Kabine gebracht. Dort wurde die klaffende, horrende Platzwunde an der Nase mit vier Stichen genäht, danach ging's zurück aufs Eis.

"Er hat mich sehr hoch erwischt und dann bin ich ins Plexiglas geflogen, da ist die Nase aufgeplatzt oder aufgeschnitten worden", sagte Abeltshauser und fügte hinzu: "A Guada hoits aus und um an Schlechtn is ned schaad." Und Abeltshauser, gerade erst als Verteidiger des Jahres in der DEL ausgezeichnet, ist ein sehr Guter. Er avancierte zum Matchwinner in Partie 2, er erzielte den 3:0-Endstand. Ein harter Sport, ein harter Hund.

Titelverteidiger EHC Red Bull München steht unmittelbar vor dem Einzug in das Halbfinale um die deutsche Eishockey-Meisterschaft. Der Hauptrundensieger führt nach dem knappen 3:2 (1:1, 1:0, 1:1) gegen die Fischtown Pinguins aus Bremerhaven in der Viertelfinal-Serie mit 3:0.

Wolfsburg überrascht

In den anderen Viertelfinals geht es enger zu. Die Kölner Haie mussten im dritten Duell mit den Grizzlys Wolfsburg eine bittere 0:4 (0:2, 0:2, 0:0)-Heimniederlage hinnehmen und gerieten bei einem 1:2-Serienstand unter Druck. Wie Wolfsburg feierten auch Mannheim und Nürnberg ihre zweiten Siege.

Titelkandidat Adler Mannheim bezwang DEL-Rekordmeister Eisbären Berlin verdient mit 3:2 (2:1, 1:0, 0:1). Die Nürnberg Ice Tigers rangen die Augsburger Panther 5:3 (3:2, 0:1, 2:0) nieder. Vier Siege sind für das Weiterkommen notwendig. Anders als die anderen Teams setzen Augsburg und Nürnberg ihre Serie bereits am Dienstag fort.

 

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