Playoff-Finale mit dem EHC Don Jackson: Auf der Jagd nach Titel Nr. 007

Liebesgrüße vom Oberwiesenfeld: Don Jackson ist der erfolgreichste Trainer der DEL-Historie, mit dem EHC Red Bull München strebt er nun den siebten Titelgewinn seiner Karriere an. Foto: AZ Fotomontage

Für den EHC Red Bull München geht es ab Sonntag gegen die Grizzlys Wolfsburg um den zweiten Titel der Vereinshistorie, für Trainer Don Jackson um seinen siebten. "Sein Ruf ist schlicht legendär!"

München - Sein Name: Jackson, Don Jackson. Der Mann mit der Lizenz zum Siegen, der Mann, der vom Titelfieber befallen ist, der mit einem Goldfinger gesegnet ist, wenn es darum geht, aus seinen Spielern das Bestmögliche herauszukitzeln. Und nun befindet sich Jackson auf der Jagd nach Titel Nr. 7.

Pardon, Titel Nr. 007. Der Amerikaner hat den EHC Red Bull München, den amtierenden Meister, erneut ins DEL-Finale geführt. Da geht es ab Sonntag (16.45 Uhr, Sport1) in der Neuauflage des Finales der Vorsaison gegen die Grizzlys Wolfsburg um den Titel. Den zweiten für den EHC, den bereits siebten für Jackson, den erfolgreichsten Coach der DEL-Historie.

Man gewinnt nur zweimal? Nicht, wenn man Jackson heißt, er ist immer auf Titel-Mission. Fünf Mal mutierte er mit den Eisbären Berlin zum Meisterpokal-Hochstemmer (2008, 2009, 2011, 2012, 2013) und in der Vorsaison wurde er mit dem EHC seinem Ruf gerecht, dass er ein Titelnimmersatt ist.

Ziel die Titelverteidigung

Auch dieses Mal will Jackson und seine Bande der Konkurrenz nur noch Liebes- (und Titel)grüße vom Oberwiesenfeld senden. "Im Sport kann es immer nur ein Ziel geben, ganz oben zu stehen. Wer klein denkt, wird klein bleiben", sagte Jackson der AZ, "wir sind vor der Saison in die Mission Titelverteidigung gestartet. Jetzt sind wir schon sehr nahe dran."

Jackson ist der Erfolgsgarant. Seine Statistiken sind unglaublich. Mit dem EHC hat er in den letzten zwei Jahren 23 Playoff-Spiele bestritten, 20 Mal gingen die Red Bulls als Sieger vom Eis. Wie stark der EHC in dieser Zeit, "der schönsten Zeit des Jahres im Eishockey" (Jackson) ist, mussten die Grizzlys in der Finalserie der Vorsaison erfahren, als sie sich an den Münchnern alle Zähne ausbissen und in vier Spielen erlegt wurden.

"Über Don und seinen Einfluss auf das Team muss man eigentlich nicht viele Worte verlieren", sagte Kapitän Michael Wolf, "es ist kein Zufall, dass er überall erfolgreich ist, wo er anheuert. Don hat auf jede Situation, die auf dem Eis passiert, die richtige Antwort. Aber sein Erfolgsrezept ist der Umgang mit den Menschen, seinen Spielern."

Er behandelt alle mit Respekt

Jackson ist kein Selbstdarsteller, er scheut die Öffentlichkeit. Der 60-Jährige will nicht, dass das Rampenlicht auf ihn fällt und damit vom Glanz der Mannschaft ablenkt. "Ich verstehe mich als Teamkollege. Wir sind alle ein Team, in dem jeder seine Aufgabe hat. Ich habe eine Aufgabe, aber entscheidend ist das, was die Spieler auf dem Eis abliefern", sagte er in seiner berühmten Bescheidenheit.

Er behandelt alle Leute, die Spieler, die Medien, die Fans mit großem Respekt. "Ihm liegen seine Spieler sehr am Herzen. Er ist wirklich an ihnen, an ihrem Leben, aber auch ihren Sorgen interessiert", sagte Münchens Playoff-Topscorer Brooks Macek, "das ist echte Wertschätzung, die er dir entgegenbringt. Du bist nicht nur eine Nummer für ihn."

Sag niemals nie, meinte Deron Quint. Der Verteidiger hatte schon von 2007 bis 2009 für Jackson in Berlin gespielt (drei Meisterschaften) und heuerte zu dieser Saison erneut bei Jackson an. "Ich wollte auf meine alten Tage unbedingt noch mal für Donny spielen", sagte der 41-Jährige, der für die Finalserie aber verletzt ausfällt. "Ich habe mich für Donny und gegen Berlin entschieden. Alle wollen für ihn spielen, sein Ruf ist schlicht legendär. Unter denen, die noch nie für ihn aktiv waren, aber noch mehr, bei denen, die schon für ihn gespielt haben. Jeder würde für Donny durchs Feuer gehen."

Titel 007

Diese Nibelungentreue hat sich Jackson hart erkämpft. Er scheut und schämt sich nicht, auch mal Tränen zusammen mit den Spielern zu vergießen. "Es ist sehr emotional, wenn man einen Titel gewinnt, wenn man Spieler um sich hat, wie etwa Michi Wolf in der Vorsaison, die noch nie einen Titel gewonnen haben. Ihnen dabei helfen zu können, ihren Lebenstraum zu erfüllen, ist groß", sagte Jackson. Der Mann, der sich nun auf die Jagd nach Titel Nr. 007 macht.

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