Playoff-Finale der Bundesliga FC Bayern vs. Alba Berlin: Jetzt wird's richtig heiß

Hart ging's her beim ersten Finalspiel zwischen Bayern und Alba, hier bekämpfen sich Bayerns Bryce Taylor und Berlins Reggie Redding. Foto: Rauchensteiner/AK

Die Basketballer des FC Bayern München schlagen Alba Berlin im ersten Playoff-Finale 88:81. Nach der Hitzeschlacht gibt es Zoff – die AZ erklärt vor der zweiten Partie am Donnerstag die drei größten Brennpunkte.

 

München -  Die Gemüter der Beteiligten hatten sich nach dem 88:81 der Basketballer des FC Bayern im ersten Playoff-Finale kein bisschen abgekühlt. 34 Grad hatte es im Audi Dome und das Spiel war genauso feurig geführt. „Es war wie in der Sauna“, sagt Bayerns US-Star Malcolm Delaney. Der hatte nicht nur während des Spiels einen brutalen Faustschlag von Berlins Sven Schultze abbekommen, sondern danach noch eine Attacke von deren Coach Sasa Obradovic: „Jeder sieht, dass Delaney floppt!“ „Flop“ ist die Schwalbe des Basketballs.

„Natürlich weist Obradovic seine Spieler an, mich zu foulen, ständig die Ellbogen auszufahren“, schimpft Delaney, „es kümmert mich nicht, was Obradovic denkt.“ Der hatte mit seinem verbalen Angriff auf Bayerns Besten gleich Runde zwei der Serie eröffnet. Und schon jetzt steht fest: Nach der Hitzeschlacht am Westpark wird es in Spiel zwei am Donnerstag in Berlin (18.15 Uhr, live auf Sport1) nur noch heißer. Die AZ erklärt die Brennpunkte.

Der Hass der Berliner Fans: Das Weltbild in der Hauptstadt ist einfach: Gelb ist das reine Gute, Rot das abgrundtief Böse. Während des Ligaspiels im vergangenen November kreuzigten Berliner Fans ein Trikot ihres Ex-Spielers Heiko Schaffartzik. Der FC Bayern, so wird das auch von den Berliner Verantwortlichen inszeniert, steht mit dickem Geldbeutel und ohne jegliche Werte für alles Schlechte im Profisport. „Wir wissen, was am Donnerstag auf uns zukommt“, sagt Sportdirektor Marko Pesic. „Wir sind bereit für alles.“

Berlins Zielscheibe Malcolm Delaney: Sieben Minuten und 30 Sekunden spielte Berlins Sven Schultze in München. Sein herausragender Auftritt: Ein übler Faustschlag in Delaneys Gesicht, von den TV-Kameras dokumentiert. Schulze machte sich nicht einmal die Mühe, die Attacke, die nur mit einem unsportlichem, keinen disqualifizierenden Foul geahndet wurde, zu verbergen. Pesic ist erschüttert: „Sven ist solange ich ihn kenne immer ein absolutes Vorbild gewesen, gerade für junge Spieler. Das Foul an Delaney, das war nicht er selbst.“ Worauf er wohl anspielt: Dass Obradovic den Liga-MVP mit allen Mitteln stoppen möchte.

Die Rivalität der Trainer: Einst waren Svetislav Pesic und Sasa Obradovic Lehrer und Schüler. Pesic hatte Obradovic als Trainer von Berlin 1994 verpflichtet. Heute möchte Obradovic aus dem Schatten Pesic' heraustreten. Beide sind Serben, beide sind Hitzköpfe und wüten an der Seitenlinie. Beide tricksen, um sich auf dem Parkett möglicherweise einen Vorteil zu verschaffen. „Vor dem Liga-Spiel hieß es, Robin Benzing würde fallen, als ob er umgebracht würde. Jetzt ist es Delaney, der floppen soll. Der Vorwurf ist also nichts Neues“, sagt Marko Pesic. Pikant allerdings: Dass Obradovic einer der heißesten Kandidaten auf den Trainerposten bei den Baskets Bamberg in der kommenden Saison sein und sich schon in fortgeschrittenen Verhandlungen befinden soll.

Mit einem Sieg am Donnerstag könnten sich die Bayern drei Matchbälle für die Meisterschaft holen. „Wir können überall gewinnen“, sagt Malcolm Delaney. In Berlin allerdings wartet die bisher wohl schwierigste Aufgabe der Saison auf die Bayern. Und die heißeste.
 

 

2 Kommentare