Platzoffensive Stadt will Siegestor umgestalten

Da darf sich Obsttandler Didi auf was freuen: Rund ums Siegestor soll es wieder grüner werden. Momentan schaut es dort noch recht karg aus. Foto: Stadt München

Der Platz um den Triumphbogen soll verschönert werden – so, dass er wieder genauso aussieht, wie es früher einmal war.

München - Könnte er das noch sehen: Friedrich von Gärtner würde wahrscheinlich die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Sein schönes Siegestor, so verschandelt. Der ganze Asphalt, lauter schraffierte Verkehrsflächen – und all diese Autos erst. So hat sich der Lieblingsbaumeister von König Ludwig I. das sicher nicht vorgestellt.

Auf historischen Bildaufnahmen ist noch zu sehen, wie es rund um das Siegestor mal ausgesehen hat, damals, Mitte des 19. Jahrhunderts, als der Triumphbogen errichtet wurde. Ruhiger, beschaulicher – und vor allem: Weitaus grüner als heute wirkt auf diesen Bildern alles.

Die Stadt will dieses einstige Idyll nun wiederherstellen – so gut das eben geht. Die Autos lassen sich schließlich nur schwerlich verbannen. Aber großzügiger soll alles werden, irgendwie aufgeräumter – und vor allem: Mehr Bäume sollen das Siegestor bald wieder säumen.

Seit über zwei Jahren tüfteln deshalb allerhand Gremien an der Neugestaltung des Platzes. Der örtliche Bezirksausschuss war involviert, der Stadtrat natürlich sowieso, und auch interessierte Bürger konnten ihre Meinung abgeben. Die Pläne sind nun soweit fertig, nur beschlossen muss der Umbau noch werden.

Im Konzept für die Neugestaltung sind eine ganze Reihe von Baustellen festgehalten. Grob zusammengefasst kann man sagen: Irgendwie ist am Siegestor alles zu groß geraten. Die Wendemöglichkeit für den Verkehr ist auf beiden Seiten überdimensioniert, der Taxistand im Norden genauso, und auch die Parkflächen sind chaotisch und für den Bereich zu üppig.

Dafür sind die Gehwege teilweise zu schmal und die Kurven auf den Fahrradwegen mitunter etwas zu scharf geschnitten. All diese Probleme will die Stadt nun angehen und das Umfeld des Siegestors dabei so umgestalten, dass eine „Annäherung an die historische städtebauliche Konzeption“ erreicht wird, wie es in einer Studie heißt.

Sollte der Stadtrat den Plänen zustimmen, könnte auch die Pappelallee um das Siegestor herumgeführt werden, sogar fast bis zum Geschwister-Scholl-Platz vor der Universität. Derzeit endet die Baumreihe noch nördlich des Torbogens. Wenn die Gehwege aber verbreitert werden, wäre auch Platz für Neupflanzungen da.

Der alte Stadtbaumeister Friedrich von Gärtner würde sich darüber sicher freuen. Sein Siegestor, endlich wieder ein bisschen hübscher eingebettet ins Stadtleben – so muss das sein.

 

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