Pläne für die Schranne Die Schrannenhalle wird zum Erlebnis-Edeka

Die Schrannenhalle wird wohl ein drittes Mal groß umgebaut – diesmal geht es in Richtung eines Erlebnis-Supermarkts unter dem Logo von Edeka. Foto: Bernd Wackerbauer

Der Lebensmittel-Riese Edeka wird sich in der Schrannenhalle ausbreiten. Anderen Ständen ist bereits gekündigt worden. Es wird lange Öffnungszeiten geben.

 

München - Nach Geheim-Informationen, die der AZ vorliegen, wird OB Christian Ude in Kürze wohl oder übel ein drittes Opening der Schrannenhalle zelebrieren. Und dieses Mal ist es ein echter Hammer. Der Lebensmittel-Riese „Edeka“ will sich in der Schranne (Vermiet-Vorgabe: Handel, Wandel, Kultur) ausbreiten und dazu im ersten Stock ein Kaffeehaus etablieren.

Mietern wurde gekündigt und ein Großteil der Stände hat Hallen- und Tiefgaragen-Unternehmer Hans Hammer lautlos selbst übernommen. Samstags ist die Schrannenhalle voll – an den Resttagen gähnt sie vor sich hin. Ein ganz neues Konzept steht im Raum, bei dem nur der Möbel- und Mitbringsel-Shop „Butlers“ erhalten bleiben soll.

Bezirksausschuss-Vorsitzender Wolfgang Püschl erklärte am Rande einer hitzigen Sitzung: „Das Gerücht, dass ein Erlebnis-Edeka dort errichtet werden soll, macht verstärkt die Runde. Von der Hammer AG oder von politischer Seite allerdings habe ich bisher nichts erfahren können. Vor den nächsten Kommunalwahlen wird aber wohl nichts entschieden werden“, so Püschl.

Der sich in der Halle mal was ganz anderes vorstellen könnte: „Vielleicht sollte man mal den Bürger fragen, was aus der so schönen Halle werden soll.“ Weder von Edeka noch von Frank von Gaspari, der die Hammer AG vertritt, war eine Stellungnahme zu erhalten. Hammers hielten sich am Wochenende im exklusiven Country-Club in Kitzbühel auf.

Geplant sind Öffnungszeiten wie im Hauptbahnhof, was für die Yuppie-Gegend der Isarvorstadt ein Segen wäre. Eine erste Sperrzeit-Verkürzung bis weit nach Mitternacht hat ja bereits ein Restaurant, aber: Die „Krake“ kränkelt.

Das Fisch-Lokal in der Schranne, das im Sommer mit einer 100000-Euro-Spritze vom „Hofbräuhaus Traunstein“ gestartet ist und sich rühmt, das „beste der Stadt“ zu sein, konnte seine Kunden-Fangarme offenbar nicht so recht zum Einsatz bringen wie es sich die beiden Betreiber Patrick Bertermann und Marco Huth vorgestellt hatten.

Das Essen ist gut, die Bedienungen sind freundlich. Die Fisch-Einkäufe bei Grossist Hamberger werden immer cash bezahlt. Zudem kauft er bei Kagerer, Frische-Paradies, und kleine Mengen bei Lachs- und Flusskrebs-King Anton Graf von Faber-Castell.

Personalkündigungen sind bereits ergangen und mancher Angestellte erhielt ein Job-Angebot in den anderen Lokalen von Bertermann und Huth, im „Miura“ und im florierenden „Goldenen Kalb“ gegenüber der Schranne. Nach erster AZ-Recherche berief Bertermann sofort ein Mitarbeiter-Treffen ein, auf der Suche nach dem Maulwurf. Unsachliche Kritik (wegen ungenügender Abgrenzung in der Halle und ungünstigem Eingangsbereich) gegen Michael Käfer wurde da laut, der immer noch den Hauptmietvertrag hält.

Man munkelt bereits von einer „Krake“-Schließung. „Wer sagt denn das? Ich gebe zu, wir sind mit dem Geschäftsverlauf nicht zufrieden und werden den unteren Bereich, wo Sushis und Fisch an Countern verkauft wurden, umstellen. Dort wird es dann Kaffee und Kuchen geben“, erklärte der selbstbewusste Jungunternehmer Bertermann auf AZ-Anfrage.

Der im Moment auf ein anderes Pferd setzt. Mit seinem Wunder-Hengst „Feuerblitz“, der mit zwei europäischen Siegen mehrere hunderttausend Euro gewonnen hat, flog Patrick nach Hongkong und nahm gestern an dem mit 2,2 Millionen Dollar dotierten Cup der „Hongkong Vase 2013“ teil. Für einen kurzen Moment übernahm das Münchner Pferd die Führung, es lag die Sensation in der Luft. Dann erlosch der „Feuerblitz“ – und lief als Achter durchs Ziel.

 

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