Plädoyers im "Costa"-Prozess Schettino-Anwälte: Er hat richtig gehandelt

Die Anklage fordert 26 Jahre Haft für den "Costa"-Kapitän Francesco Schettino. Foto: dpa

Die Staatsanwaltschaft im "Costa Concordia"-Prozess fordert 26 Jahre Haft für den Kapitän Francesco Schettino. Seine Verteidiger überraschen im Prozess am Montag mit der Aussage, Schettino habe bei der Katastrophe richtig gehandelt.

Grosseto - Kapitän Francesco Schettino hat nach Ansicht seiner Anwälte nach der Havarie der "Costa Concordia" mit seinem Handeln eine noch größere Katastrophe verhindert. "Ob Schettino richtige oder falsche Entscheidungen getroffen hat? Richtige! Wenn er sofort die Evakuierung angeordnet hätte, wären 4000 Menschen gestorben", sagte sein Anwalt Domenico Pepe am Montag vor dem Gericht im toskanischen Grosseto. Schettino habe nach dem Unglück freiwillig alle Schuld auf sich genommen, erklärte Pepe laut Nachrichtenagentur Ansa.

Die Verteidigung hatte ihr Plädoyer am Montag fortgesetzt, nachdem die Verhandlung am Freitag unterbrochen werden musste, weil Schettino mit Fieber das Gericht verlassen hatte. Pepe wies die Vorwürfe der Anklage zurück, die Schettino als "unvorsichtigen Idioten" bezeichnet und eine Haftstrafe von 26 Jahren und drei Monaten gefordert hatte. "Schettino ist eine anständige Person. Wenn der Staatsanwalt ihn als einen Idioten bezeichnet, ist das eine Beleidigung", erklärte Pepe.

Der 54 Jahre alte Kapitän muss sich seit Juli 2013 als einziger Angeklagter unter anderem wegen mehrfacher fahrlässiger Tötung vor Gericht verantworten. Ein Urteil wird noch in dieser Woche erwartet. Bei der Havarie der "Costa Concordia" waren im Januar 2012 insgesamt 32 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch zwölf Deutsche.

 

1 Kommentar