Pikante Sendung läuft am Samstag In München: Fans planen Demos gegen umstrittene Michael-Jackson-Doku

Auch in Köln haben Fans gegen die Ausstrahlung der Dokumentation "Leaving Neverland" über Popstar Michael Jackson protestiert. Foto: Henning Kaiser/dpa

Michael-Jackson-Fans haben für diesen Samstag Demonstrationen vor der ProSieben-Zentrale in Unterföhring angekündigt. Anlass ist die umstrittene Doku "Leaving Neverland" über Michael Jackson, die der Sender am Samstagabend zeigt. Eine weitere Versammlung soll am Promenadenplatz in München stattfinden. Dort steht die Zukunft des Jackson-Denkmals nach Angaben der Regierung von Oberbayern aber nicht infrage. 

 

München - Die umstrittene Dokumentation "Leaving Neverland" über Michael Jackson kommt ins deutsche Fernsehen. ProSieben zeigt am Samstag (6. April, 20.15 Uhr) den Film von Regisseur Dan Reed, in dem zwei Männer heftige Missbrauchsvorwürfe gegen den 2009 gestorbenen King of Pop erheben.

Jackson-Fans haben für Samstag Demonstrationen vor der ProSieben-Zentrale in Unterföhring angekündigt, um auf "Verleumdungen und Falschaussagen" in der Dokumentation aufmerksam zu machen. Eine Sprecherin des Landratsamts in München bestätigt auf AZ-Anfrage, dass eine Demo angemeldet ist. Erwartet werden etwa hundert Teilnehmer.

Michael-Jackson-Denkmal auch in München

Eine weitere Versammlung soll am Samstag um 16 Uhr mit 200 Leuten am Promenadenplatz in München stattfinden. Dort steht die Zukunft des Jackson-Denkmals nach Angaben der Regierung von Oberbayern allerdings nicht infrage. Die Regierung duldet es, dass der Fanverein das Orlando-di-Lasso-Denkmal zu einer Jackson-Pilgerstätte umfunktioniert hat. "Die Missbrauchsvorwürfe sind nach unserer Kenntnis nicht bestätigt", sagte ein Sprecher auf Anfrage Mitte März. "Wir sehen deshalb derzeit keine Veranlassung, die Duldung zu widerrufen."

Umstrittene Doku über den verstorbenen King of Pop

Die Doku ist umstritten. Regisseur Reed hatte in dieser Woche eingeräumt, dass ein Detail nicht so sein kann, wie einer seiner Protagonisten im Film erzählt. James Safechuck (heute 41) gibt in der Dokumentation an, von 1988 bis 1992 von Jackson missbraucht worden zu sein - unter anderem in einem Raum des "Neverland"-Bahnhofes. Der wurde aber erst 1993 gebaut, wie ein Jackson-Biograf in den offiziellen Unterlagen der Baugenehmigung herausgefunden hat. Safechuck und Wade Robson (36) erzählen in der Doku schockierend eindrucksvoll und in schwer zu ertragenen Details, wie der Sänger sie als Kinder missbraucht haben soll.

ProSieben zeigt die Doku am Samstag

"Über 'Leaving Neverland' spricht die Welt", sagte ProSieben-Chefredakteur Stefan Vaupel. "Kindesmissbrauch ist eins der größten gesellschaftlichen Tabu-Themen unserer Zeit. Kirche, Künstler und andere haben sich in den vergangenen Jahren immer wieder das Schweigen ihrer Opfer erkauft. Deshalb zeigen wir 'Leaving Neverland'."

Begleitet wird die US-Dokumentation am Samstagabend von einer eigenen ProSieben-Sendung. Opfer, Wegbegleiter, Fans, Freunde und Kritiker Jacksons sollen darin zu Wort kommen.

 

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