Pflanzentröge gegen Skater Kübelposse am Josephsplatz: Stadt München setzt vorläufiges Ende

Der Brunnen ist wieder kübelfrei: Im Sommer hatten Anwohner am Josephsplatz noch Blumentröge aufgestellt, um Skater vom Fahren abzuhalten. Foto: Daniel von Loeper

Pflanzentröge gegen Skater: Die Stadt München hat die Töpfe am Josesphsplatz entfernt. Im Bezirksausschuss soll der Konflikt jetzt gelöst werden.

 

Maxvorstadt - Kübel ja, Kübel nein: Am Josephsplatz schwelt seit Monaten ein Streit um die Bepflanzung rund um den Brunnen. Die sollte Skater davon abhalten, ihre Tricks dort zu üben – was für manche Anwohner zu laut war. Die Pflanzentröge waren von Anwohnern hingestellt worden – allerdings unerlaubt.

Die Stadt drohte mit der Entfernung. Jetzt hat der Bezirksausschuss Maxvorstadt (BA) der Kübel-Posse ein vorläufiges Ende gesetzt. Ein kurzer Blick zurück.

Begonnen hat alles im Sommer mit ein paar Skateboardfahrern. Der Josephsplatz ist ein Paradies für sie: gut erreichbar, eine große, freie Fläche mit glattem Boden und ein Brunnen mit ein paar Stufen, auf denen man Tricks üben kann. Auf einmal standen allerdings 14 Pflanzenkübel rund um den Brunnen herum. Das Skaten hatte ein Ende.

Anwohner hatten Pflanzentröge aufgestellt

Zunächst wurde gerätselt, woher die Blumentröge stammten. Das Baureferat drohte im August mit einem Hinweisschild, die Kübel zu entsorgen, wenn sie nicht wieder entfernt würden.

Doch dann meldeten sich die Verantwortlichen zu Wort: Die „Freunde des Franziskusbrunnens“, eine Gruppe von Anwohnern, hatten den Skatern den Kampf angesagt und die Kübel aufgestellt, um die besten Stellen zum Skaten zu versperren.

Denn erstens ist Skateboardfahren sehr laut: Die Rollen rattern beim Fahren über die Bodenplatten, was bis zu den Häusern um den Josephsplatz herum hallt.

Der Spot ist für die Skater perfekt

Und zweitens haben die Skateboardfahrer die Treppenstufen des Brunnens eingewachst, damit sie mit ihren Boards dort entlang „sliden“ oder „grinden“, also mit dem Brett an den Stufen entlangschlittern können.

Dadurch werden die Stufen allerdings rutschig und der Stein beschädigt. „Ich kann die Anwohner sehr gut verstehen“, sagt Michael Kellner vom Verein Skateboarding München e. V, „aber für uns ist der Spot perfekt, weil die Architektur gut aussieht und man dort schöne Fotos oder Filme machen kann.“ Die eigenen Tricks aufzunehmen ist ein wichtiger Bestandteil der Skater-Szene, der Josephsplatz dafür die perfekte Kulisse.

Die „Kübel-Aktion“ wurde schließlich in einer BA-Sitzung besprochen. Dass die Kübel dort nicht stehenbleiben konnten, stand für den BA-Vorsitzenden Christian Krimpmann (CSU) fest, denn schließlich könne in München privates Eigentum nicht einfach in der Öffentlichkeit abgestellt werden.

Um trotzdem zwischen den beiden Parteien zu vermitteln, wurden Skater, Anwohner und das Allparteiliche Konfliktmanagement München (AKIM) in den Bezirksausschuss eingeladen. In einer Mediation sollte über die Situation gesprochen werden – zur Sitzung erschienen die öffentlichkeitsscheuen Anwohner aber nicht.

Die Kübel wurden daraufhin entfernt – und die Skater haben wieder freie Bahn.

Man wolle das Skaten am Josephsplatz nicht verbieten

Allerdings soll das AKIM die Skater in Zukunft zur Rücksichtnahme sensibilisieren und mit ihnen beispielsweise ein Zeitfenster vereinbaren, an dem das Fahren gestattet ist.

Ob das etwas bringt, stellt Michael Kellner jedoch in Frage, denn es kommen zum Beispiel auch Skateboardfahrer von außerhalb nach München, um eigens am Josephsplatz zu skaten.

Für BA-Chef Krimpmann steht dennoch fest, dass man das Skaten an dem Platz nicht verbieten wolle: „In der Innenstadt gibt es halt viele Menschen mit unterschiedlichen Interessen“, sagt er. Dass jemand hin und wieder am Brunnen Skateboard fahren möchte, müssten die Anwohner auch mal in Kauf nehmen.

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