Pferdesport Die Riemer Klamotte

Nachdem Pferdebesitzer Bertermann vom Rennvereins-Boss wegen falscher Kleidung aus dem VIP-Bereich verwiesen wurde, schlägt er nun zurück: Er will Pferde und Sponsorengelder abziehen

 

München - Zunächst ging es um (fehlende) Krawatten, jetzt nur um ein Paar trendige Turnschuhe. Doch mittlerweile droht der bizarre Streit um den Dresscode beim UAE-Festival-Renntag auf der Galopprennbahn in Riem zu eskalieren (AZ berichtete). Pferdebesitzer Patrick Bertermann, der am Sonntag wegen angeblichen Verstoßes gegen die Kleiderordnung der Zugang zu seinen VIP-Plätzen verwehrt wurde, geht gegen Präsident Norbert Poth in die Offensive.


„Ich werde nicht locker lassen, ehe sich Herr Poth bei mir öffentlich entschuldigt hat", sagt der Eigentümer des Rennstalls Eivissa. „Und wenn er das nicht bald macht, werde ich laut und deutlich seinen Rücktritt fordern." Als erste Konsequenz hat der Online-Marketing-Unternehmer angekündigt, beim Renntag am 15.August doch kein Rennen zu sponsern, „das wären immerhin 5000 Euro gewesen". Außerdem droht Bertermann (40) damit, seine 15 Pferde aus Riem abzuziehen.


Ausgangspunkt des Streits sind ein Paar schwarze Chucks, die Bertermann trug. „Als wir aus dem Aufzug in den VIP-Raum traten, stürmte Herr Poth auf uns zu, drängte uns zurück. Er sagte, wir würden gegen den Dresscode verstoßen – ohne Anzug und Krawatte hätten wir hier nichts zu suchen", berichtet Bertermann. „Doch der Witz ist: Auf der Einladung vom Rennverein steht nichts von Anzug und Krawatte. Ich sehe Poths Verhalten als Angriff gegen mich und meine Freunde."

Tatsächlich wird im Schreiben, das der AZ vorliegt, als Nachsatz nur um „elegante, sportliche Kleidung” sowie „keine Jeans” gebeten. „Sportlich und elegant passt zu hundert Prozent auf das, was wir anhatten”, so Bertermann.

Chucks trage heutzutage fast jeder von 10 bis 50 Jahren, „und wenn das Herr Poth als 71-Jähriger nicht weiß, ist er vielleicht zu alt für den Job. Beim Hamburger Derby hatte ich jedenfalls kein Problem mit meiner Kleidung".

Beim Rennverein in Riem ist man genervt. „Über elegant und sportlich kann man streiten, aber klar: Der Auftritt unseres Präsidenten war nicht glücklich. Das hätte man anders lösen können”, so Generalsekretär Rudolf Oster. „Andererseits ärgert uns das Verhalten von Herrn Bertermann: Jeder hat das Recht sich zu beschweren, aber Drohungen oder gar Erpressungen hört hier niemand gerne. Das ist eine Untugend, dass jeder Pferdebesitzer, ob er nun 2 oder 15 Pferde hat, denkt, ihm gehöre gleich der Rennverein.”

Bertermann hält dagegen: „Ich bin kein Querulant, ich bin auch nicht nachtragend, bei mir bekommt jeder eine zweite Chance." Poths Angebot eines Vier-Augen-Gesprächs in drei Wochen entspräche aber „in keinster Weise meinen Vorstellungen. Ich werde nicht angekrochen kommen. Er hat einen Fehler gemacht, als er mich vor vielen Leuten blamiert hat. Er muss sich entschuldigen. Poth ist nicht der Papst von Riem."

 

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