Pfaffenhofener CSU-Mann Landrat im Koma wiedergewählt

Der Pfaffenhofener CSU-Landrat Martin Wolf (61) war bei einem Motorradunfall schwer verletzt worden. Foto: dpa

Die Pfaffenhofener Landkreisbewohner sprechen Martin Wolf (61) nochmals ihr Vertrauen aus. Er liegt seit seinem schweren Motorradunfall im Krankenhaus – und kann sich an nichts erinnern.

 

Pfaffenhofen an der Ilm - Er liegt immer noch im Krankenhaus, leidet an Gedächtnisverlust: Der Pfaffenhofener CSU-Landrat Martin Wolf (61) kämpft mit den Folgen seines schweren Motorradunfalls (AZ berichtete). Nun wurde er am Sonntag wiedergewählt. Die Amtszeit soll drei Jahre betragen, bis zu den bayernweiten Kommunalwahlen 2020.

Ob er die Wahl annimmt, ist noch fraglich. Die schwierige Wahl im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm ist eindeutig für den Amtsinhaber ausgegangen. Martin Wolf der bei einem Motorradunfall vor fünf Wochen schwere Verletzungen erlitten hatte, wurde erneut zum Landrat gewählt. Obwohl ungewiss ist, ob der 61-Jährige die Wahl annehmen kann, haben ihn 74,6 Prozent der Bürger erneut gewählt. Mit rund 34 Prozent gab es allerdings nur eine schwache Wahlbeteiligung.

Kurz vor der Wahl hatte sich herausgestellt, dass der Landrat auch an Gedächtnisstörungen leidet, in der Fachsprache Amnesie genannt. Dennoch trat der 61-Jährige wieder an. Er ist immer noch in der Klinik, kann Medienberichten zufolge nicht sprechen und leidet an den Folgen diverser Knochenbrüche und schweren Kopfverletzungen. Sein Zustand sei stabil.
 

Seine beiden Konkurrenten haben keine Chance

Der Kommunalpolitiker hat nun bis Mitte des Monats Zeit für die Entscheidung, ob er seine Wiederwahl annimmt oder nicht. Sollte er dies nicht tun, wäre binnen drei Monaten eine Neuwahl erforderlich. Mit der Regierung von Oberbayern als Aufsichtsbehörde wird geklärt, auf welche Weise Wolf seinen Willen kundtun kann, erklärte Karl Huber vom Landratsamt.

Derzeit führt Stellvertreter Anton Westner die Amtsgeschäfte. Neben Wolf traten der Flugzeugmechaniker Norbert Ettenhuber (52) von den Grünen und der Pfaffenhofener FDP-Stadtrat Franz Niedermayr (56) an, die mit jeweils weniger als 13 Prozent der Stimmen keine Chance hatten.

Der 61-Jährige war am 2. April auf der A99 an der Ausfahrt Neuherberg auf seinem Motorrad unterwegs. Ein Auto erfasste ihn und verletzte ihn schwer. Wolf wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus geflogen. Die Autofahrerin (53) und ihre Begleiterin erlitten einen Schock.

 

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