Passanten bedroht München: Zwei Polizeieinsätze wegen verwirrten Randalierern

Der Amerikaner klaute seiner Bar-Bekanntschaft die Feldjäger-Uniform samt Pistolen-Holster. Foto: imago/Rüdiger Wölk

Gleich zweimal musste sich die Münchner Polizei am Mittwoch mit Männern beschäftigen, die Passanten in Angst und Schrecken versetzten. Am Ende landeten beide Täter in der Psychiatrie.

München – Der erste Einsatz ereignete sich gegen 11.20 Uhr in der Hedwig-Dransfeld-Allee in Neuhausen. Eine 45-jährige Frau wartete dort in ihrem Pkw auf ihren Sohn, als plötzlich ein Unbekannter in Feldjäger-Uniform an das Auto herantrat. Da der Mann verwirrt wirkte, bat die Frau ihn, zu gehen. Daraufhin drehte der Mann sich von der Frau weg, zückte einen silbernen Revolver aus dem Holster seiner Uniform und fuchtelte damit herum. Außerdem tat er so, also wolle er in die Luft schießen.

Die 45-Jährige verständigte daraufhin sofort die Polizei, doch bis eine Streife bei ihr eingetroffen war, hatte sich der Unbekannte bereits entfernt. Aufgrund ihrer Personenbeschreibung konnten die Beamten den Mann aber schließlich in der Gabelsberger Straße Ecke Dachauer Straße entdecken und aufgreifen. Zu diesem Zeitpunkt hatten auch schon weitere Anrufer einen verwirrten Soldaten gemeldet.

Bar-Bekanntschaft ausgeraubt und Passanten bedroht

Bei der Kontrolle stellte sich heraus, dass der Verdächtige amerikanischer Staatsbürger ist und mit etwa 1,6 Promille alkoholisiert war. Bei der Waffe handelte es sich zum Glück nur um eine harmlose Spielzeugpistole. Bei der Durchsuchung des 43-Jährigen wurde zudem der Geldbeutel eines 41-jährigen Münchners gefunden.

Die Ermittlungen der Polizei ergaben schließlich, dass sich die beiden Männer am Vortag im Löwenbräukeller kennengelernt hatten. Anschließend hatte der Amerikaner bei dem 41-jährigen Münchner Soldaten übernachtet.

Während sein Gastgeber noch schlief, hatte der Amerikaner ihm dann die Feldjäger-Jacke samt Holster, den Geldbeutel und die Spielzeugpistole gestohlen. Der 43-Jährige wurde deshalb wegen Diebstahls angezeigt. Anschließend wurde er aufgrund seines für die Allgemeinheit gefährlichen Verhaltens in ein psychiatrisches Krankenhaus eingeliefert.

Hunderte Schaulustige bei Festnahme eines Verwirrten

Nur wenige Stunden später, gegen 15.15 Uhr, ereignete sich dann am Stachus ein weiterer Vorfall mit einem offenbar verwirrten Mann. Der 34-Jährige belästigte Fußgänger und "schrie zusammenhangslos in der Gegend herum", wie die Polizei berichtet.

Die Beamten konnten den stark verschwitzten Mann schließlich im Sperrengeschoss des U-Bahnhofs Karlsplatz/Stachus antreffen. Er war sichtlich erregt, verdrehte seine Augen extrem und stand möglicherweise wohl auch unter Drogeneinfluss. Da der Mann völlig unberechenbar agierte, musste er durch die Polizeibeamten schließlich zu Boden gebracht und gefesselt werden.

Zu diesem Zeitpunkt hatten sich bereits mehrere Hundert Schaulustige eingefunden, weshalb die Polizisten zur Sicherheit noch Verstärkung hinzuriefen. Schließlich konnte der 34-jährige Mann dann zur Polizeiinspektion 11 (Altstadt) gebracht werden. Dort wurde er vom Rettungsdienst untersucht und anschließend zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus gebracht.

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