Parkhaus-Mord Fall Böhringer: 250 000 Euro für neue Hinweise

Ihr Tod sorgt noch immer für Wirbel: Die Münchner Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer wurde 2006 ermordet. Foto: ho

Bence T. soll 2006 seine Tante, die Parkhaus-Millionärin Charlotte Böhringer, in der Isarvorstadt umgebracht haben. Seine Familie will den Fall neu aufrollen – mit einer spektakulären Aktion.

 

München/Augsburg - Bis 2028 soll Benedikt T. für den Mord an seiner Tante Charlotte Böhringer noch in der Justizvollzugsanstalt Straubing sitzen – so hat es das Münchner Schwurgericht 2008 entschieden.

Noch 14 Jahre Knast – das ist für T., seine Familie und seine Anwälte untragbar. Er selbst betont noch immer, unschuldig zu sein – auch seine Angehörigen und Freunde sind von seiner Unschuld überzeugt. Sie wollen den Fall um den Tod der Parkhaus-Millionärin deshalb neu aufrollen. Dafür greifen sie jetzt zu spektakulären Mitteln.

Der damalige Prozess um die reiche Parkhaus-Lady war einer der aufregendsten in der Münchner Justizgeschichte. Laut Urteil soll T. 2006 seine millionenschwere Tante ermordet haben. Damit habe er verschleiern wollen, dass er sein Jurastudium nicht abgeschlossen hatte. Das nämlich war die Voraussetzung für eine eventuelle Erbschaft. Charlotte Böhringer habe auf einen akademischen Titel großen Wert gelegt, so die Urteilsbegründung.

Bruder, Eltern und Freunde des Verurteilten aber sind überzeugt, dass „Bence“, so sein Spitzname, Opfer eines Justizirrtums ist. Die Angehörigen sprechen in der „Augsburger Allgemeinen“ sogar von einer „Rechtsbeugung“.

Tatsächlich blieben im Fall viele Fragen offen: Die Tatwaffe wurde bis heute nicht gefunden. Die Zahl der Ermittlungsfehler ist nach Meinung von Bences Anwalt Peter Witting sehr hoch – zum Beispiel soll Charlotte Böhringer laut Gutachten von einem Rechtshänder getötet worden sein. Benedikt T. ist aber Linkshänder.

Auch das Motiv ist nicht ganz sattelfest: Mehrere Zeugen hatten vor Gericht ausgesagt, dass die Tante vom Studienabbruch gewusst und recht gelassen darauf reagiert habe.

Benedikt T. meldete sich vor Gericht immer wieder lautstark, ging sogar aus Protest in den Hungerstreik - dennoch sitzt er seit acht Jahren in der JVA Straubing. Jetzt hat die Familie die „Justizfaxen“ satt, schreibt die „Augsburger Allgemeine“.

Sie wolle deshalb Zeugen mit der Viertelmillion aufrütteln. Der Wiederaufnahmeantrag ist seit Oktober 2012 gestellt, die Justiz am Landgericht Augsburg aber „rührt keinen Finger“, so Anwalt Witting.

 

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