Paralympics Schaffelhuber: "Behindert ist nur, wer sich behindern lässt"

Auf Medaillenjagd: Anna Schaffelhuber Foto: dpa

Neben Anna Schaffelhuber - die Münchnerin war zwei Mal Behindertensportlerin des Jahres - starten bei den Paralympics zwölf weitere Athleten. Die AZ stellt sie vor.

 

Sotschi - Sie ist so etwas wie die Maria Höfl-Riesch bei den Paralympiniken: Anna Schaffelhuber. Die Münchnerin Monoskifahrerin wird in Sotschi in Abfahrt, Super-G, Super-Kombi, Slalom und Riesenslalom starten.

In allen Disziplinen gehört die 21-Jährige, die von Geburt an querschnittgelähmt ist, zu den Favoriten. In 16 Weltcup-Rennen siegte sie 15 Mal. „Ich will Gold“, so Schaffelhuber. Sie holte in Vancouver Bronze im Super-G, trug bei der Abschlussfeier die deutsche Fahne. Zudem wurde sie zwei Mal Behindertensportlerin des Jahres. Insgesamt werden bei den Paralympics 13 deutsche Athleten starten. Die AZ stellt sie vor.

Anna-Lena Forster (Ski alpin): Die 18-Jährige ist die jüngste deutsche Starterin. Bei der WM 2013 fuhr sie im Slalom zu Silber, Von Geburt an fehlt ihr das rechte Bein, das linke Bein endet am Oberschenkel. Für ihr Abitur musste sie 2013 das Weltcup-Finale sausen lassen. „Dafür bin ich bei Olympia.“

Andrea Rothfuss (Ski alpin): Die 24-Jährige wird bei der Eröffnungsfeier die Fahne tragen. In Vancouver holte sie zwei Mal Silber, zwei Mal Bronze. „Als Sportler ist man nicht dabei, um Silber zu gewinnen“, so Rothfuss, der von Geburt an die linke Hand fehlt.

Franz Hanfstingl (Ski alpin): Der 33-jährige Abfahrtsweltmeister ist seit einem Skiunfall 2007 gelähmt. „Manchmal glaube ich, dass ich mein ganzes Leben im Rollstuhl sitze.“

Georg Kreiter (Ski alpin): Der Vizeweltmeister im Team ist Rosenheimer. Seit einem Motorradunfall im Jahre 2002 ist der Mediengestalter querschnittsgelähmt. Beim letzten Riesenslalom vor Olympia holte er sich den ersten Weltcup-Sieg.

Thomas Nolte (Ski alpin): Seit seinem neunten Lebensjahr ist er durch einen Autounfall gelähmt. Bei der WM holte er Team-Gold – obwohl er nicht ins Ziel kam. „Ich habe mich geopfert“, schmunzelt er. Da von den Startern nur drei gewertet werden, kann man auch so Gold holen.

Stefan Lösler (Para-Snowboard): 2010 war der jetzt 29-Jährige Opfer eines Verkehrunfalls. Das linke Bein musste amputiert werden. „Jetzt bin ich in Sotschi. Wahnsinn!“

Willi Brem (Ski nordisch): Der Mann aus Buchloe ist Physiotherapeut. Von Geburt an ist der 37-Jährige sehbehindert, bei den Paralympics 2010 und 1998 holte der Fan von Fredl Fesl jeweils Gold im Biathlon.

Andrea Eskau (Ski nordisch): Die 42-jährige Psychologin ist nach einem Radunfall 1998 gelähmt. Sie ist eine der weltbesten Handbikerinnen. In Sotschi startet sie in Biathlon und Langlauf. Motto: „Wenn du alles unter Kontrolle hast, bist du zu langsam.“

Martin Fleig (Ski nordisch): Zwischen 2009 und 2013 gewann der 24-Jährige, der in Langlauf und Biathlon startet, jeweils die deutsche Meisterschaft. „Ich mache Sport nicht trotz meiner Behinderung, sondern mit ihr“, sagt Fleig, der querschnittsgelähmt ist.

Vivian Hösch (Ski nordisch):
Die 23-jährige Verwaltungsfachangestellte ist von Geburt an sehbehindert, anfangs erkannte sie noch Umrisse, aber seit ihrem neunten Lebensjahr ist sie völlig blind. In Sotschi will sie eine Medaille holen: „Das Gefühl, auf dem Podest zu stehen, ist einzigartig.“

Tino Uhlig (Ski nordisch): Der 37-jährige Industriemeister startet im Langlauf. Seit einem Motorradunfall 1998 ist der Vater von drei Kindern behindert, die Nerven in seiner rechten Hand sind schwer beschädigt. „Behindert ist nur, wer sich behindern lässt“, sagt er.

Anja Wicker (Ski nordisch):
„Kein Spaß ohne Risiko“ ist das Lebensmotto der 22-Jährigen. Sie leidet von Geburt an einer Fehlbildung des unteren Rumpfes, sitzt im Rollstuhl. In Sotschi startet sie in Langlauf und Biathlon. Ihr Ziel für Sotschi? „Nichts ist unmöglich.“

Ein Satz, der wirklich für alle Paralympics-Helden steht.

 

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