Panorama Vom Zug erfasst: Zwölf Menschen sterben bei Unglück bei Barcelona

Mindestens 12 Menschen kamen bei dem Unglück ums Leben Foto: AP

BARCELONA - Ein schreckliches Unglück: Sie wollten feiern und bezahlten mit dem Leben. In der Nähe von Barcelona wurden mindestens zwölf Menschen getötet, als sie die Gleise überquerten - ein Zug erfasste sie.

 

Bei einem schweren Zugunglück sind in demspanischen Küstenort Castelldefels südwestlich von Barcelonamindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. 17 weitere wurdenverletzt, wie der Zivilschutz in der Nacht zum Donnerstag mitteilte.

Die Opfer wurden im Bahnhof der katalanischen Ortschaft von einemSchnellzug erfasst, als sie die Gleise überqueren wollten, um an denStrand zu gelangen. Dort wollten sie nach altem Brauch an einemJohannisfeuer teilnehmen, um die Sommersonnenwende zu feiern, wie esweiter hieß. Der Zustand von drei der Verletzten sei kritisch,teilten die Notdienste mit.

Augenzeugen berichteten, die größtenteils jungen Opfer hättendirekt die Gleise überquert, statt einen Fußgängertunnel oder eineBrücke zu benutzen. Ein Überlebender sagte, die Brücke sei gesperrtund der Tunnel angesichts der Menschenmenge überfüllt gewesen. DieStaatsbahn Renfe wies diese Darstellung nach Rundfunkberichten zurückund sprach von Fahrlässigkeit.

Die Jugendlichen waren kurz vor dem Unglück in einemNahverkehrszug aus Barcelona in Castelldefels eingetroffen. Auf denGleisen wurden sie von einem durchfahrenden Schnellzug erfasst, deraus Valencia kam und nach Barcelona fuhr. Dieser kam erst mehrereHundert Meter nach dem Aufprall zum Stehen.

„Es war brutal. Es hörte sich an als würde jemand Steinezermalmen, dabei waren es Menschen“, erzählte der Besitzer desBahnhof-Ladens wie unter Schock. „Alles war voller Blut undLeichenteile“, sagte ein Anwohner. Rund 40 Krankenwagen undEinsatzfahrzeuge der Feuerwehr eilten zu dem Unglücksort. Noch in derNacht trafen auch erste Angehörige der Opfer ein. Der Zivilschutzbrachte sie in eine Stadthalle der 62 000 Einwohner zählendenGemeinde. Dort wurden sie von Psychologen betreut.

dpa

 

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