Panorama «Schwitz-Rot-Gold» im Fahnenmeer der Fanmeilen

Bei Temperaturen von über 30 Grad hilft nur noch eine kalte Dusche. Foto: dpa

Das Deutsche Rote Kreuz hat wegen des drohenden Hitzestaus dringend den Verzicht auf die schwarz-rot-goldenen Perücken empfohlen, der Deutsche Wetterdienst zum Schutz der Gesundheit sogar vom Besuch der Fanmeilen abgeraten.

 

Berlin Hunderttausende machten sich dennoch bei flirrender Hitze und fast stehender Luft in ganz Deutschland gut drei Stunden vor dem WM-Viertelfinale Deutschland gegen Argentinien erwartungsfroh auf den Weg zu den gut 2000 Fan-Partys im ganzen Land. «Schwitz-Rot-Gold» heißt es diesmal im Fahnenmeer der Fanmeilen bei Temperaturen um 35 bis 38 Grad. Auf der größten deutschen Fanmeile in Berlin waren Minuten nach der Öffnung am Mittag schon mehrere tausend Menschen da.

Zwischen Hoch «Yari» und einem kräftigen Tief über Island liegt Deutschland im Schwitzkasten der heißen Luft, die aus dem Mittelmeerraum und Nordafrika nach Europa strömte. Wenn die Luftmassen auf kältere Schichten prallen, kracht und schüttet es richtig. Im bevölkerungsreichsten Land Nordrhein-Westfalen muss neben dem Hitze-Härtetest mit schweren Gewittern und Unwettern gerechnet werden. Meteorologe Günther Hamm sagte der Nachrichtenagentur dpa: «Mit dem Anpfiff müssen wir in der ganzen Westhälfte von NRW mit Blitz und Donner rechnen, mit starkem Platzregen, eventuell auch mit Hagelschlag und gefährlichen Sturmböen.»

Auch in anderen Regionen Deutschlands haben sich Polizei, Feuerwehr und die Hilfsdienste auf die Hitze und auf Zwischenfälle wegen Kreislauf-Problemen vieler Menschen vorbereitet. Überall wurde das Personal des Roten Kreuzes, der Malteser und Johanniter aufgestockt. Auf der Straße des 17. Juni an der Berliner Siegessäule wurde die von der früheren Love Parade bekannte Riesendusche wieder in Betrieb genommen. Auch auf anderen großen Fanmeilen und in kleineren Städten wie Heilbronn oder Konstanz sollen die erhitzten Fans mit Wassernebel und Nieselregen abgekühlt werden. In Bitterfeld- Wolfen bei Halle/Saale hieß es: «Die Feuerwehr wird vorher den Platz schön nass machen und auch später die Spritze in die Menge halten.»

Besonders begehrt und deshalb schnell «ausverkauft» waren die wirklich kühlen Public-Viewing-Plätze im Fußball-Land. Überhaupt keine Sonnencreme und auch keinen Hut mit Krempe brauchten die rund 1000 Besucher von Europas größter Kulturhöhle im sauerländischen Balve. Wohltemperiert ließ sich die Live-Übertragung aus dem winterlichen Kapstadt auch im alten Fassraum einer stillgelegten Monschauer Brauerei genießen. Kein Public Viewing war diesmal, anders noch als bei der WM 2006, bei 2 Meter Schneehöhe und 5 Grad im Schneefernhaus auf der Zugspitze geplant. dpa

 

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