Panorama Schreckliches Unglück: Killerwal tötet Trainerin

Dawn Brancheau arbeitete als Tier-Trainerin Foto: AP

ORLANDO/NEW YORK - Sie fiel in das Becken und der Wal zog sie in die Tiefe: In Orlando in den USA tötete ein Orca seine Trainerin. Das Tier hat schon in den vergangenen Jahren zwei Menschen in den Tod gerissen.

 

Vor den Augen entsetzter Besucher hat ein Schwertwal im Freizeitpark SeaWorld in Orlando eine Tiertrainerin angegriffen und getötet. Die 40-Jährige wurde im Anschluss an eine Vorführung von dem Wal gepackt und in die Tiefe gerissen, wie der Park mitteilte. Der Bulle mit dem Namen “Tilikum” war schon zwei Mal - 1991 und 1999 - an tödlichen Zwischenfällen beteiligt.

Die Tierpflegerin Dawn Brancheau befand sich während einer Vorführung am Mittwoch zusammen mit “Tilikum” auf der Plattform eines Meerwasserbeckens und massierte den 5.450 Kilogramm schweren Wal. Der Wal sei plötzlich aus dem Becken gesprungen, berichtete die Augenzeugin Victoria Biniak. “Dann kam er zurück, schoss in die Luft hoch, packte die Dompteurin an der Hüfte und begann, sie herumzuwirbeln”, sagte sie dem Sender WKMG-TV.

Die entsetzten Zuschauer wurden schnell herausgeführt, ein Teil des Parks wurde geschlossen. In allen SeaWorld-Parks wurden die Orca-Shows abgesagt.

Brancheau konnte nur noch tot aus dem Wasser geborgen werden. Nach Angaben von SeaWorld ist sie ertrunken. Kein anderer Pfleger habe mehr Erfahrung mit “Tilikum” gehabt als Brancheau, und sie sei eine der erfahrensten Trainerinnen überhaupt gewesen, sagte der Leiter des Dressurprogramms der SeaWorld-Parks, Chuck Tompkins. Was mit “Tilikum” geschehen sollte, sei noch nicht entschieden.

Wegen seines Verhaltens in der Vergangenheit war es den Tierpflegern untersagt, sich zusammen mit diesem Wal in einem Becken aufzuhalten. Nur etwa ein Dutzend SeaWorld-Mitarbeiter arbeiteten überhaupt mit “Tilikum”.

Der Experte Steve McCulloch vom Marine Mammal Research and Conservation Program der Florida Atlantic University sagte, vielleicht habe der Wal nur spielen wollen. “Das sind sehr große und mächtige Meeressäugetiere. Sie zeigen ein solches Verhalten auch in Freiheit.” Schwertwale werden auch als Orcas bezeichnet; der wissenschaftliche Name der bis zu acht Meter langen Tiere lautet Orcinus orca.

Der tödliche Zwischenfall am Mittwoch war nicht der erste derartige Angriff in einem SeaWorld-Zentrum. Im November 2006 schnappte ein Schwertwal in der SeaWorld von San Diego nach einem Dompteur und zog ihn mehrmals unter Wasser. Der Tiertrainer überlebte mit einem gebrochenen Fuß. Im Juli 1999 blieb ein Besucher nach der Schließung der SeaWorld in Orlando in der Anlage. Er wurde später tot aus dem Becken mit “Tilikum” geborgen. “Tilikum” war außerdem einer von drei Orcas, die 1991 einen Dompteur im Sealand-Zentrum in der kanadischen Stadt Victoria töteten.

Erst an Weihnachten war ein Orca-Trainer in einem Meerespark auf der Kanareninsel Teneriffa ums Leben gekommen. Der 29-Jährige stürzte, als der Wal “Keto” während einer gemeinsamen Vorführung eine ungewöhnliche Bewegung machte.

apn

 

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