Panorama Osnabrück: Vier Tote bei Brand in WG

Am Samstagmorgen ist ein Feuerwehrhaus ausgebrannt. (Symbolbild) Foto: az

BOHMTE - Geschlafen können sie noch nicht haben: In einem Heim für ehemalige Drogenabhängige und psychisch Kranke in Osnabrück sind vier Menschen gestorben. Das Haus sollte erst noch mit Feuermeldern ausgestattet werden.

 

Kahl recken sich verkohlte Dachsparren in den Himmel, die Dachziegel der Jugendstilvilla fehlen oder sind zerstört. Vor wenigen Stunden verloren in diesem Haus im idyllischen Bohmte bei Osnabrück vier Menschen ihr Leben. Ein Brand war in der Villa ausgebrochen, in der insgesamt elf Menschen ihr Zuhause hatten.

   Sie lebten in einer Art Wohngemeinschaft für Menschen, die früher unter einer Sucht gelitten oder die eine geringfügige psychiatrische Erkrankung haben. Einige arbeiten in einer Behindertenwerkstatt.

    Tot sind offenbar zwei Männer im Alter von 71 Jahren und ein 63-Jähriger. „Die Identität des vierten Opfers steht noch nicht fest“, sagt ein Polizeisprecher. Erst müsse die Obduktion abgewartet werden.

   Auch über die Brandursache wurde noch gerätselt. Unklar ist, warum es überhaupt Todesopfer gab. Denn das Feuer brach um 18 Uhr aus. Damit ist es unwahrscheinlich, dass die Bewohner im Tiefschlaf überrascht wurden.

   Zweimal am Tag schauen Mitarbeiter der Arbeiterwohlfahrt nach dem Rechten in der WG. Ansonsten gestalteten die Bewohner ihren Alltag selbst. „Was ich felsenfest ausschließen kann, ist eine vorsätzliche Brandstiftung“, betont ein AWO-Sprecher. Bittere Ironie: Noch in der vergangenen Woche habe sein AWO-Verein beschlossen, das Haus demnächst mit Feuermeldern auszustatten.

 

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