Panorama Ölpest im Golf von Mexiko: Erster Teilerfolg dank Robotern

Seit mehr als drei Wochen sprudelt Öl in den Golf von Mexiko Foto: dpa

NEW ORLEANS - Nach mehreren Fehlversuchen glückte das Experiment am Sonntag: Ein Rohr wurde an die beschädigte Leitung der untergegangenen Bohrinsel im Golf von Mexiko angeschlossen. Doch die Gefahr ist noch lange nicht gebannt.

 

Mehr als drei Wochen nach dem Untergang derBohrinsel „Deepwater Horizon“ haben Ingenieure im Golf von Mexikoeinen ersten Erfolg im Kampf gegen die Ölpest erzielt. Nachmehreren Fehlschlägen gelang es Experten von BP am Sonntag, einRohr an die beschädigte Leitung anzuschließen, um dashervorsprudelnde Öl in einen Tanker zu pumpen.

Das bislangausgetretene Öl hat sich aber nicht nur auf der Oberflächeverteilt, sondern schwebt in großen Wolken unter Wasser. Dort hates inzwischen möglicherweise schon eine Meeresströmung erreicht,die das Öl nach Florida und weiter zur Ostküste der USA treibenkönnte.

Die Menge des abgepumpten Öls nehme kontinuierlich zu, sagte derVizechef von BP, Kent Wellser, am Sonntag. Ingenieure hatten dreiTage daran gearbeitet, das Rohr in 1.600 Metern Tiefe an dieLeitung anzuschließen. Mit ferngesteuerten Untersee-Robotern gelanges, das 15 Zentimeter dicke Rohr mitsamt einer Dichtung in die 53Zentimeter breite Leitung zu stecken. Zuvor waren mehrere Versuchegescheitert, das Bohrloch zu verschließen oder das austretende Ölabzupumpen.

Seit dem Untergang der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ am 20. Aprilfließen nach Schätzungen der US-Regierung rund 800.000 Liter Öltäglich unkontrolliert ins Meer. Manche Wissenschaftler befürchten,dass das Leck noch wesentlich größer sein könnte. Die Ölfahnenunter der Wasseroberfläche erstrecken sich auf bis zu 16 KilometerLänge und 4,8 Kilometer Breite, wie die MeereswissenschaftlerinSamantha Joye am Samstag erklärte. „Es könnte Jahre, wenn nichtJahrzehnte dauern, bis sich das System von der Einleitung solchgroßer Mengen Öl und Gas erholt.“

Bedrohung der Florida Keys befürchtet

Wissenschaftlern zufolge ist das ausgetretene Öl möglicherweisebereits in eine bedeutende Meeresströmung geraten, die es bis zuder Inselkette Florida Keys und in den Atlantik treiben könnte. DerDekan der Fakultät für Meeresforschung an der University of SouthFlorida, William Hogarth, sagte der Nachrichtenagentur AP, einForschungsschiff solle nun klären, wie weit das Öl bereits gelangtsei. Die Berechnungen dazu kamen bislang zu unterschiedlichenErgebnissen.

Um das Leck ganz abzudichten, wollen die BP-Techniker in etwaeiner Woche versuchen, einen speziellen Schlamm in das Bohrloch zuschießen, um es verstopfen und dann mit Beton zu verschließen.apn

 

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