Panorama Mord an Mirco: Ermittler-Team der „positiv Bekloppten“

Zeichen unermüdlicher Suche: Monatelang stand ein Fahndungsschild an der Straße, wo Olaf H. Mirco entführte. Foto: dpa

GREFRATH - So wurde Olaf H. vonKommissar Thiel undder Soko „Mirco“überführt

 

„Wir haben hoch gepokertund gesagt, wir kriegen ihn,und wir haben ihn“, beginntSoko-Leiter Ingo Thiel diePressekonferenz. Die Erleichterungist dem bulligen Kriminalkommissaranzumerken,als er nachdrücklich seinTeam lobt: Ohne diese „positivBekloppten“ wäre dasnicht möglich gewesen.

So istOlaf H. ins Netz gegangen:

Die Zeugenaussage: Zwei Tagenach der Tat meldete sich derentscheidende Zeuge. Er berichtetvon dem dunklenKombi, der in der Nacht des 3.September in der Nähe vonGrefrath parkte. Er sieht auchden Lichtkegel eines Fahrrads,das weggeschoben wird, hältdie Szene aber für einen betrunkenenRadfahrer, der gestürztist. In ausführlichen Gesprächenrekonstruieren dieFahnder zusammen mit demZeugen den Tathergang.

Das Spuren-Paket: Die Laboruntersuchungenvon Mircos Kleidernergaben bestimmte Faserspuren,die nur imVW Passatder Baureihe B6 vorkommen.So gelang es der Soko,die Fahrzeuge auf etwa15 000 in ganz Deutschlandeinzuschränken. Bei der Untersuchungdes sichergestelltenWagens konnte eindeutignachgewiesen werden, dassMirco in dem Wagen saß. Außerdemfand die Polizei DNASpurenvomTäter an den Kleiderndes Buben. Es ist dieDNA von Olaf H.

Das Auto: Am 20. Dezemberwurden die Ermittler auf denTatwagen aufmerksam. „Eswar eine Firmenwagen. DerLeasing-Vertrag endete – damitwar das Auto nicht mehrin unserem Fokus“, sagt Thiel.Doch dann kaufte ein luxemburgischerHändler den Passat.Er will das Auto nachRusslandverkaufen. Das registriertedie Polizei. Am Sonntagkehrte der Händler von einerBali-Reise zurück, er führtdie Ermittler zu dem Wagen,der am Frankfurter Flughafenparkt – ein Volltreffer: DieSpuren stimmen überein.

Neue taktische Wege: „Wir habenviele Mausefallen aufgestelltund ein paar sind zugeschnappt“,so Thiel. Mit welchenTricks die Ermittler OlafH. auf die Schliche kamen,wollte Thiel nicht verraten:„Wir haben neue taktischeWege beschritten und die wollenwir uns nicht verbauen“,erklärt Thiel, der selbst Vatervon zwei Kindern ist, „dennso traurig das ist, es wird einenFall nachMirco geben.“

 

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