Panorama Ende der Katastrophe: die Hoffnung schwindet

Das Öl strömt weiter aus der Leitung Foto: dpa

WASHINGTON - Im Kampf gegen die Ölpest scheitert die Methode „Top Kill“ – dabei sollten riesige Schlammmassen das Bohrloch schließen. Jetzt startet BP einen anderen Versuch. Obama gerät weiter unter Druck

 

Die Hoffnung, dass BP das Ölleck im Golf von Mexiko verschließen kann, schwindet: Am Wochenende erklärte der Ölkonzern die Methode „Top Kill“ für gescheitert. Das Verfahren, bei dem das beschädigte Bohrloch unter Hochdruck mit Schlamm und Zement abgedichtet werden sollte, funktioniere nicht, ließ BP-Chefingenieur Doug Suttles am Samstag wissen.

Zuvor hatte BP-Chef Tony Hayward dem Verfahren, das in dieser Tiefe noch nie angewandt wurde, eine 60- bis 70-prozentige Chance eingeräumt. Der Versuch, den undichten Bohrkopf in 1500 Meter Tiefe abzudichten, hatte am Mittwoch begonnen. Als das nicht ausreichte, wollte der Ölkonzern zusätzlich mit Golf-Bällen und Gummi-Schnipseln alter Autoreifen das sprudelnde Öl-Leck am Meeresgrund stopfen. Dadurch sollte der flüssige Schlamm mehr Stabilität bekommen. Doch alle Bemühungen unter Wasser schlugen fehl. Wie jetzt bekannt wurde, wusste BP schon Monate vor dem Unfall von erheblichen technischen Problemen.

Jetzt soll ein neuer Versuch das Bohrloch abdichten. BP-Manager Doug Suttles: „Wir können nicht garantieren, dass es klappt.“ Bei dem Verfahren werde das bestehende Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund abgesaugt. In den kommenden Tagen will BP mithilfe von Unterwasserrobotern das Steigrohr des lecken Bohrlochs absägen und darüber einen Deckel anbringen.

Das Leck auf jeden Fall abdichten würde ein zweites Bohrloch, das allerdings erst in mehr als zwei Monaten fertig wäre, hieß es. Die Zeit drängt. Für ein Viertel des Golfs von Mexiko verfügten die Behörden ein Fischereiverbot. Diese Fläche ist etwa doppelt so groß wie Bayern.

Der Druck auf Barack Obamas wird indes immer größer. Der Rückschlag bei den Bemühungen von BP mache ihn wütend und sei „herzzerreißend“, sagte der Präsident, der zugleich betonte: „Wir werden nicht nachlassen, bis dieses Leck kontrolliert ist.“

Bleibt die Frage, wer tatsächlich noch an einen Erfolg glaubt. Nach dem Untergang der „Deepwater Horizon“ am 20. April sollten Unterwasser-Roboter das Öl stoppen, ohne Erfolg. Am 8. Mai wurde der Versuch abgebrochen, das Öl mit einer großen Stahlkuppel abzusaugen. Täglich laufen bis zu 151 Millionen Liter Öl ins Meer.

ah

 

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