Panorama Deutsche vertrauen Aldi

Aldi hat den besten Ruf Foto: dpa

KÖLN - Die Deutschen haben in ihrer großen Mehrheit keine Bedenken mehr, beim Discounter einzukaufen. In einer Umfrage nach dem Vertrauen in den Lebensmittelhandel landete Aldi im Ranking auf dem ersten Platz. Eine klassische Supermarktkette ist indes Schlusslicht.

 

Der Discount-Marktführer Aldi ist in den Augen der Verbraucher der vertrauenswürdigste Lebensmittelhändler Deutschlands. In einer am Dienstag veröffentlichten Umfrage des Instituts für Handelsforschung (IfH) in Köln erklärten fast drei Viertel (72 Prozent) der Befragten, sie brächten dem Billiganbieter hohes oder sogar sehr hohes Vertrauen entgegen.

Auf Platz zwei im Vertrauens-Ranking kam Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka, auf Rang drei der Konkurrent Rewe. Der Discounter Lidl landete auf Platz vier, wie IfH-Geschäftsführer Boris Hedde der Nachrichtenagentur DAPD sagte.

Das Forschungsinstitut hatte die Umfrage durchgeführt, nachdem bekannt geworden war, dass das Bundeskartellamt wegen des Verdachts illegaler Preisabsprachen gegen fast alle großen deutschen Handelsketten ermittelt. Die Wettbewerbshüter hatten deshalb Mitte Januar zahlreiche Firmenzentralen durchsucht. Die Handelsketten sollen sich mit Lieferanten über Endverbraucherpreise verständigt haben.

Trotzdem vertrauen der Umfrage zufolge fast zwei Drittel der Bundesbürger nach wie vor dem Handel. „Grundsätzlich generalisieren die Deutschen keineswegs über die gesamte Branche. Während einige Händler in der Gunst des Verbrauchers zu stehen scheinen, schneiden andere bei der Vertrauensfrage deutlich schlechter ab“, sagte Hedde.

Der Vertriebsweg – also Discounter oder klassischer Lebensmittel-Einzelhandel – scheine für das Urteil nicht ausschlaggebend, so der IfH-Geschäftsführer. „Trotz aller Bemühungen, sich als vertrauensvollste Marke Deutschlands zu positionieren, erreicht Edeka nicht Platz 1“, sondern Aldi. Auch das Schlusslicht im Ranking ist laut Hedde kein Discounter, sondern das Traditionshaus Kaiser’s. Insgesamt waren bei der Umfrage 470 Personen befragt worden. (apn/nz)

 

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