Panorama Concorde-Absturz: Gericht verurteilt Airline zu 200 000 Euro

Zehn Jahre nach dem Concorde-Unglück wurde am Montag die US-Fluggesellschaft Continental Airlines verurteilt Foto: dpa

PONTOISE - Mehr als zehn Jahre nach dem Concorde-Absturznahe Paris hat ein französisches Gericht der US-FluggesellschaftContinental Airlines eine Mitschuld gegeben. Die Richter verurteiltendas Unternehmen am Montag zu einer Geldstrafe in Höhe von 200 000Euro.

 

Ein kleines Stück Metall löste die verhängnisvolle Kettenreaktion aus, an deren Ende 113 Menschen in der brennenden Concorde AF4590 ums Leben kamen. So urteilten die französischen Richter am Montag und beendeten damit einen 10 Jahre andauernden Streit um die Schuldfrage. Dem US-amerikanische Unternehmen Continental Airlines wurde damit eine Mitschuld zugesprochen. Denn die Metal-Lamelle hatte sich von einem Continental-Flugzeug löst. Doch das Unternehmen ficht das Urteil an: Beweise, die die Unschuld von Continental belegen, seinen verschwunden.

200000 Euro Strafe muss die amerikanischen Fluglinie Continental zahlen, dazu eine Entschädigungssumme in Höhe von einer Millionen Euro an den französischen Konkurrenten Air France. Ein Mechaniker von Continental wurde zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt – wegen fahrlässiger Tötung. Er soll bei Arbeiten an der Lamelle geschlampt haben.

Lange geisterte das Metallstück, dass auf der Startbahn lag, durch die Medien. Jetzt ist klar: Die etwa 30 Zentimeter lange Titan-Lamelle, brachte den Reifen der Concorde zum Platzen. Ein Reifenfetzen schlug gegen den Kerosintank und riss diesen auf. Der Treibstoff entzündete sich, als das Flugzeug abhob – das Bild des Feuerschweifs ging um die ganze Welt.

113 Menschen starben am 25. Juli 2000 als die Concordkurz nach dem Start in ein Hotel stürzte – darunter 97 Deutsche. Es war nicht der erste Reifenplatzer des Riesen-Vogels der in dreieinhalb Stunden den Atlantik überquerte.

Teile geplatzter Reifen hatten schon mehrere Male die Treibstofftanks beschädigt. Doch erst der tragische Unfall von Paris läutete das Ende der Überschallflugzeuge in der zivilen Luftfahrt ein. Drei Jahre nach dem Absturz stellten die Betreiber British Airways und Air France den Betrieb ein.

Bei dem Prozess wurden vier weitere Angeklagten freigesprochen. Darunter auch der damalige Chef des Concorde-Programms Henri Perrier. Für ihn hatte die Staatsanwaltschaft zwei Jahre Haft auf Bewährung gefordert. Er soll von der Anfälligkeit des Flugzeugs gewusst haben.

Continental hat indes angekündigt, das Urteil anzufechten. Das Flugzeug habe bereits gebrannt, bevor es über das Metall-Teil rollte, legten die Anwälte dar.

Für die Hinterbliebenen hat das Urteil keine weiteren Auswirkungen. Die Familien der Getöteten bekamen bereits Abfindungen in Millionenhöhe – verknüpft mit der Auflage sich nicht zu dem Unfall in den Medien zu äußern. jo

 

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