Opposition erhöht Druck Zahlreiche Festnahmen bei landesweitem Streik im Sudan

Oppositionsgruppen im Sudan haben am Sonntag einen landesweiten Streik begonnen. Damit wollen sie Druck auf den militärischen Übergangsrat ausüben, die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben. Foto: AP/dpa/dpa

Seit dem Sturz des Langzeitmachthabers Omar al-Baschir ringen Militär und Opposition im Sudan um die Macht. Gesprächsversuche sind bisher gescheitert. Jetzt versucht es die Opposition auf einem anderen Weg.

 

Khartum - Oppositionsgruppen im Sudan haben am Sonntag einen landesweiten Streik begonnen. Damit wollen sie Druck auf den militärischen Übergangsrat ausüben, die Macht an eine zivile Regierung zu übergeben.

Es gehe um eine "friedliche Form des Widerstandes", teilte das Gewerkschaftsbündnis SPA bei Twitter mit. Nur Ärzte und Pflegepersonal seien von dem Generalstreik ausgenommen, damit Kranke und Verletzte weiter behandelt werden könnten.

Sicherheitskräfte nahmen am Sonntag Dutzende Oppositionsanhänger fest. Flughafenmitarbeiter sowie Angestellte der sudanesischen Zentralbank seien abgeführt worden, sagten ihre Kollegen der Deutschen Presse-Agentur.

Der Streik folgt auf die mutmaßliche Festnahme zweier Oppositionsführer. Der Generalsekretär der Rebellengruppe SPLM-N, Ismail Jallab, und deren Sprecher, Mubarak Ardol, waren internationalen Medienberichten zufolge wenige Stunden nach einem Treffen mit dem äthiopischen Ministerpräsidenten Abiy Ahmed am Freitag festgenommen worden. Die Berichte, die auf ungenannten Quellen basierten, ließen sich zunächst nicht unabhängig verifizieren.

Abiy versucht, in der Krise im benachbarten Sudan zwischen der Militärführung und der Opposition zu vermitteln. Dazu hatte er sich am Freitag mit dem militärischen Übergangsrat sowie mit Mitgliedern des Oppositionsbündnisses FFC getroffen.

Sicherheitskräfte hatten am vergangenen Montag mit Gewalt eine wochenlange Sitzblockade in Khartum aufgelöst, die maßgeblich zum Sturz des Langzeitmachthabers Omar al-Baschir beigetragen hatte. Nach Angaben eines Ärzteverbandes wurden dabei mehr als 100 Menschen getötet und mehr als 500 verletzt. Das sudanesische Gesundheitsministerium gab die Zahl der Toten mit 61 an. Sicherheitskräfte gingen auch in den Tagen danach gegen Demonstranten vor.

Präsident Al-Baschir, der das Land drei Jahrzehnte lang mit harter Hand regiert hatte, war im April von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung.

Papst Franziskus nahm die Einwohner des Sudans am Sonntag in seine Gebete auf dem Petersplatz in Rom auf. "Die Nachrichten, die in diesen Tagen aus dem Sudan kommen, sind eine Quelle des Schmerzes und der Sorge. Lasst uns für diese Nation beten, dass die Gewalt aufhören möge und dass im Dialog das Gemeinwohl gesucht werde", sagte das Oberhaupt der Katholiken.

 

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