Opfer der Nigeria Connection Gutgläubiger Mann bezahlt Betrügern fast eine halbe Million Euro

Ein 53-Jähriger übergab Betrügern insgesamt 20 bis 25 Mal eine Menge Bargeld. Foto: imago/phototech

Die weltweit agierende Betrügerbande "Nigeria Connection" erleichterte einen 53-jährigen Tiroler über zwei Jahre um fast eine halbe Million Euro. Nun konnte die Rosenheimer Polizei einen der Kuriere festnehmen.

 

Rosenheim - Die Kriminalpolizei Rosenheim konnte am vergangenen Sonntag ein mutmaßliches Mitglied der sogenannten "Nigeria Connection" am Rosenheimer Bahnhof festnehmen. Die weltweit agierende Betrügerbande hatte einem 53-jährigen Tiroler insgesamt satte 450.000 Euro abgeknöpft - und sich dabei einer eigentlich allseits bekannten Masche bedient.

Los ging es vor zwei Jahren: Der Tiroler bekam eine E-Mail in englischer Sprache und wurde darum gebeten, bei der Auslösung eines Millionenbetrages zu helfen. Dafür würde er bei der Auszahlung - so zumindest das Versprechen - eine Provision in Höhe von zehn Prozent erhalten. Der 53-Jährige witterte ein gutes Geschäft und übergab den Betrügern also das Geld.

Betrüger forderten immer mehr Geld vom Opfer

Aufgrund von angeblichen Auszahlungsproblemen der Millionensumme wurde der Mann allerdings immer wieder um weitere Zahlungen gebeten, und immer wieder fiel er darauf herein. Die Übergaben fanden stets am Bahnhof in Rosenheim statt, das Geld nahm immer der gleiche Mann entgegen. Während der letzten beiden Jahre kam es zu 20 bis 25 Übergaben, insgesamt zahlte das gutgläubige Opfer knapp 450.000 Euro.

Irgendwann dämmerte dem 53-Jährigen allerdings, dass er seine Provision wohl nie zu Gesicht bekommen würde. Mitte Mai wandte er sich schließlich an die örtliche Polizeidienststelle in Tirol, welche sich mit der Kripo Rosenheim in Verbindung setzte. Mit vereinten Kräften konnte dem Geldkurier dann am vergangenen Sonntag im Rahmen einer Geldübergabe am Bahnhof in Rosenheim das Handwerk gelegt werden. Der 32-jährige Tatverdächtige ließ sich widerstandslos festnehmen, der Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl.


Das steckt hinter Scamming

Immer wieder erfinden Betrüger, sogenannte Scammer, Geschichten, um ahnungslose Menschen dazu zu bringen, ihnen Geld zu überweisen. Versprochen wird häufig die große Liebe, das schnelle Geld oder der beste Job - im wahrsten Sinne des Wortes zu schön um wahr zu sein.

Die Polizei rät daher eindringlich, fremden Menschen niemals Geld zu überweisen oder auf sonstige Forderungen einzugehen. Vor allem im Internet tummeln sich heutzutage haufenweise Betrüger, welche an der Gutgläubigkeit ihrer Mitmenschen viel Geld verdienen wollen.

Was soll man also tun, wenn man gescammt wurde? Das rät die Polizei:

  • Wenden Sie sich an die Polizei
  • Gehen Sie nicht auf irgendeine Forderung ein
  • Brechen Sie sofort jeglichen Kontakt ab
  • Speichern Sie alle Mails und Chat-Texte auf CD oder einem USB-Stick
 

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