"Open your mouth" Ben Ivory protestiert gegen Schwulendiskriminierung

Erhebt seine Stimme gegen Homophobie: Ben Ivory Foto: Katja Kuhl

"Open your mouth" mit dieser Aufforderung kämpft die Organisation "ENOUGH is ENOUGH" für die Homosexuellenrechte in Russland. Auch Sänger Ben Ivory macht sich für das Ende der öffentlichen Diskriminierung stark. Anlässlich der Olympischen Winterspiele 2014 in Russland demonstrieren Ivory und jeder, der will, am 31. August in Berlin für die Menschenrechte des Landes.

 

Die Olympischen Winterspiele 2014 sollen in Russland stattfinden - einem Land das spätestens seit dem Prozess um die Punkband Pussy Riot stark in der Kritik steht. Auch Stars wie Lady Gaga oder Madonna wurden nach ihren Auftritten in Russland sogar wegen "Schwulen-Propaganda" angezeigt. Im Juni 2013 hat die Regierung unter Wladimir Putin zudem ein Gesetz erlassen, dass öffentliche Veranstaltungen für Homo-, Trans- und Intersexuelle verbietet. Auch das positive oder neutrale Sprechen über Homosexualität im Beisein von Kindern ist in dem Land mittlerweile strikt untersagt. Wer sich nicht daran hält, läuft Gefahr eine Geld- oder gar Haftstrafe zu bekommen.

Warum also darf ausgerechnet eine Sportveranstaltung, die die Welt zusammenführen soll, in einem Land stattfinden, das öffentliche Diskriminierung so stark auslebt? Sänger Ben Ivory und die Aktion "ENOUGH is ENOUGH" protestieren am 31. August 2013 öffentlich gegen die diskriminierende Gesetzgebung in Russland. Die Nachrichtenagentur spot on news hat vorab mit dem Teilnehmer des deutschen Vorentscheids zum Eurovision Song Contest 2013 gesprochen und mehr über die Protestaktion erfahren.

Warum engagieren Sie sich für diese Aktion?

Ben Ivory: Ich beschäftige mich mit dem, was um mich herum in der Welt passiert. Wenn es um die Menschenrechte beziehungsweise um die Missachtung dieser geht, ist es einfach unumgänglich sich zu engagieren. Es geht um die eigene, individuelle Freiheit, vor allem als Künstler ist mir diese natürlich das Wichtigste im Leben. In einer Diktatur hat "freie Meinungsäußerung" und somit auch "Kunst" keinen Raum mehr und das gilt es zu verhindern.

Würden Sie im Falle des Falles einen Auftritt in Russland absagen?

Ben Ivory: Nein, im Gegenteil. Ich würde sehr gerne in Russland auftreten, auch auf die Gefahr hin, mit den Konsequenzen leben zu müssen. Es ist mir ein großes Anliegen, den Menschen in Russland zu zeigen, dass sie nicht alleine sind und sie nicht aufgeben dürfen, für ihre Rechte zu kämpfen. Wir müssen ihnen zeigen, dass sie mit unserer Unterstützung rechnen können.

Was glauben Sie, warum die Toleranz in Russland gegenüber Homosexuellen gleich Null ist?

Ben Ivory: Die Geschichte zeigt doch, dass in besonders entwicklungsreichen Epochen, in denen die Menschen sich gewisse Rechte und Freiheiten erkämpft haben, immer auch eine starke konservative Bewegung versucht, dagegen zu halten um die althergebrachten "Werte" und "Systeme" nicht zu gefährden. Leider ist die Gefahr dann natürlich recht groß, dass sich die Gewichte verlagern und wir gesellschaftlich wieder zurückfallen. In diesen Momenten ist es besonders wichtig, nicht müde zu werden, von seiner Stimme Gebrauch zu machen, manches braucht leider eben doch mehr Zeit.

Werden Sie an der Demo in Berlin teilnehmen?

Ben Ivory: Natürlich. Ich unterstütze die Organisatoren aus vollem Herzen und werde selbstverständlich auch meine Stimme nutzen.

 

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