Onkologie in München Neues Spitzen-Zentrum: Hier kämpfen Ärzte gegen den Krebs

Ein Patient mit Hirntumor in der Neurochirurgie an der Klinik rechts der Isar: 55 800 Operationen wurden 2013 am Krebszentrum CCC durchgeführt. Foto: Petra Schramek

Das „CCC“ der beiden Universitätskliniken LMU und TUM ist ausgezeichnet worden. Das sind die Pläne für die Zukunft

 

München - Ein Ärzte-Team aus mehreren Kliniken, das per Videokonferenz über einen Tumor diskutiert. Neueste Medikamente, entwickelt von den Forschern hauseigener Eliteinstitute. Und eine Versorgung, die weit über Operation, Bestrahlung und Chemotherapie hinausgeht – von Ernährung über Sport bis hin zur Alternativmedizin. Das sind Szenarien, wie sie Volker Heinemann entwirft, wenn er darüber spricht, was Krebspatienten vom Onkologischen Spitzenzentrum CCC in München zu erwarten haben.

Das „Comprehensive Cancer Center“ (CCC), ein Zusammenschluss der krebsmedizinischen Spezialabteilungen der beiden Münchner Unikliniken, ist als Spitzenzentrum ausgezeichnet worden. Volker Heinemann, Direktor des CCC, ist stolz darauf und hat Schwerpunkte gesetzt, die das Krebszentrum für Patienten besonders attraktiv machen sollen.

München rüstet sich damit für immer mehr Patienten: Die Zahl der Krebserkrankungen steigt. Zwischen den Jahren 2000 und 2010 hat deren Zahl um 14 Prozent (Männer) beziehungsweise 21 Prozent (Frauen) zugenommen.

Aber das CCC will nicht nur die Versorgung stemmen, sondern neue Maßstäbe setzen. So wollen sich die Uni-Kliniken München als neues Krebs-Spitzenzentrum beweisen:

ORIENTIERUNG

Das CCC ist jetzt die zentrale Beratungsstelle für Krebspatienten in und um München. In der Geschäftsstelle (Pettenkoferstraße 8a, & 4400-57430) kann jeder telefonisch anfragen oder zu den Sprechstunden kommen – die Experten dort finden die richtige Klinik und Therapie, vermitteln eine Zweitmeinung oder beraten zu Angeboten wie Selbsthilfe.

INNOVATION

Mit zwei Elite-Unis im Rücken ist das CCC wissenschaftlich an einer Top-Position. „Patienten kommen zu uns, weil wir auf dem neuesten Stand der Medizin sind “, sagt Heinemann. Patienten sollen hier künftig noch stärker von der Forschung profitieren. Sie können an Studien teilnehmen und bekommen neue Medikamente so noch vor deren Zulassung.

LEBENSQUALITÄT

Neben der Behandlung durch chirurgische Eingriffe, Chemo- und Strahlentherapie soll die Lebensqualität der Patienten durch „Supportivbehandlungen“ erhöht werden – etwa durch persönliche Sport- und Ernährungsberatung oder einer Kombination mit alternativer Medizin.

QUALITÄTSSICHERUNG

Die Münchner Krebszentren haben ihre elektronische Datenverarbeitung angepasst und dokumentieren Krebsfälle nun mit dem Tumorzentrum München. So soll die Zusammenarbeit enger werden.

VERNETZUNG

Das CCC kooperiert mit anderen Kliniken und niedergelassenen Ärzten. So soll es etwa Tumorkonferenzen geben, bei denen Spezialisten unterschiedlicher Fachrichtungen über konkrete Fälle diskutieren.

 

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