Olympia Neureuther: Als der Felix einem Bären begegnet ist ...

Am Samstag auf der Jagd nach einer Olympia-Medaille am Slalom-Hang: Felix Neureuther. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Slalom-Ass Felix Neureuther vor seinem Olympia-Start im Slalom am Samstag über Heli-skiing, den Hang in Whistler und seine olympischen Vorbilder.

 

AZ: Felix Neureuther, wie oft waren Sie bereits in Kanada?

FELIX NEUREUTHER: Fünf oder sechs Mal - und es ist immer wieder toll hier.

Was gefällt Ihnen so daran?

Die Menschen, ihre Gastfreundschaft, die Natur - die ist einfach ein Wahnsinn! Unglaublich beeindruckend! So etwas findet man selten sonst wo auf der Welt: Seen, Wälder, Berge, Bären...

Sind Sie schon mal einem Bären begegnet?

Ja – auf dem Golfplatz von Whistler stand einer mitten auf dem Fairway. Letztes Frühjahr, im Anschluss an eine Heli-skiing-Tour. Diese Woche war der schönste Ausflug meines Lebens! Wir waren eine ganze Gruppe und feierten auf diese sportliche Weise den 60. Geburtstag meines Vaters.

Heli-skiing ist ja noch gefährlicher als Abfahrtslauf, oder?

Wir sind vorher penibel eingewiesen worden – da wird einem die Gefahr dann schon bewusst. Beim Skifahren selbst hatten wir einen kleinen Lawinenabgang – der reichte, um die Gewalt zu zeigen, die dahinter steckt! Es war jedenfalls ein mulmiges Gefühl.

Und wie ist Ihr Gefühl angesichts des olympischen Slalom-Hangs von Whistler?

Den habe ich bereits voriges Jahr angesehen - am Ende der besagten Heli-Woche. Die machten tatsächlich Probleme und wollten niemand 'rauf lassen – nur, um ihren Vorteil zu wahren! Unmöglich. Sie hatten alles gesperrt, die Lifte waren zu. Wir sind dann beim Mitarbeiter-Eingang 'rein...

Kann man den Hang mit einem anderen vergleichen?

Ich wünschte, ich könnte sagen, der ist wie Kitzbühel. Aber momentan bin ich eigentlich überall schnell. Deshalb mache ich mir relativ wenig Gedanken oder gar Sorgen. Ich freue mich auf das Rennen - und dann schau'n wir mal, was dabei 'raus kommt.

Die Erinnerung an Ihre letzten Olympischen Spiele dürfte nicht sonderlich positiv sein.

Ja, Turin bzw. Sestriere 2006 war nicht so der Knaller. Da bin ich als junger Bursch' hin gekommen - mit hängenden Schultern, weil ich die Quali nicht geschafft hatte und gnadenhalber trotzdem mitgenommen wurde. Ich konnte das Flair nicht genießen. Jetzt in Whistler, kann ich die ganzen Emotionen aufgreifen.

Und sportlich?

Ist auch alles völlig anders! Erstens ist es im Riesenslalom am Dienstag bereits riesig gelaufen. Und außerdem: Ich habe wie gesagt ein Weltcup-Rennen gewonnen - und besitze nun eine breite Brust!

Wobei Olympia etwas völlig anderes ist als ein Weltcup.

Definitiv. Schon allein deshalb, weil man so viele andere Sportler mit ganz unterschiedlichen Charakteren trifft und kennen lernt. Olympische Spiele besitzen eine völlig andere Größe und Dimension!

Wer ist der größte olympische Skifahrer aller Zeiten?

Franz Klammer, weil er 1976 vor eigenem Publikum trotz Wahnsinnsdruck gesiegt hat. Und bei den Frauen: natürlich die Mama...

Interview: Jupp Suttner

 

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