Olympia 2016 ist beendet Jubel, Empörung und Scham: Die Tops und Flops in Rio

, aktualisiert am 22.08.2016 - 20:01 Uhr
Die große Abschlussfeier von Olympia in Rio. Lesen Sie hier die Tops und Flops der AZ-Redaktion. Foto: dpa

Mit der Abschlussfeier enden die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro. Was übrig bleibt, sind Erinnerung an ein Fest, das nicht immer glanzvoll war. Die AZ zieht Bilanz.

 

Rio - Die Olympischen Spiele sind vorbei. 306 Entscheidungen, 28 Sportarten. Das Ergebnis aus deutscher Sicht: 42 Medaillen, davon 17 Mal Gold, zehn Mal Silber, und 15 Mal Bronze. 2020 ist Tokio an der Reihe. Was aber von Rio übrig bleibt, zeigen die Tops und Flops.

Die Flops

Wettkampfstätten: Zugegeben, die Beachvolleyball-Arena an der Copacabana war imposant, ein Schmuckkästchen. Ein Problem in Rio war aber das Wasser. Die Guanabara-Bucht, das Segelrevier, ist extrem stark verschmutzt. Große Mengen Abfall werden dort in die Meeresbucht geleitet. Dazu kam das Wasser im Aquatics Center. Algen ließen erst den Pool der Springer in Grün erstrahlen, später verfärbte sich auch noch das Wasser im Becken der Wasserballer und Synchronschwimmer. Einige Athleten klagten über brennende Augen und unangenehmen Geruch.

Das IOC: Eine unwürdige Vorstellung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) um Präsident Thomas Bach. Mit der Entscheidung, Russland trotz belegten Staatsdopings teilweise starten zu lassen, sorgte das IOC für Unverständnis und Empörung. Fragwürdig: Einer der treusten Gefolgsmänner von Bach, der Ire Patrick Hickey, wurde festgenommen, soll in den Schwarzmarkthandel mit Tickets verwickelt sein.

Die Deutschen Schwimmer: An einem Tiefpunkt sind die deutschen Schwimmer angelangt. Die traurige Bilanz von London wurde sogar noch einmal unterboten. In Rio gab es keine Medaille. Weltmeister Marco Koch ging unter. Auch an der Copacabana holten die Schwimmer nichts.

Die brasilianischen Fans: Die Bewohner von Rio, die „Cariocas“, bereicherten mit ihrem Enthusiasmus die Wettkämpfe. Die meisten Sportler schwärmten von der Stimmung auf den Rängen. Manchmal übertrieben es die Fans jedoch. Ihr unsportliches Verhalten beim Stabhochsprung war ein einziger Flop. Silbermedaillen-Gewinner Renaud Lavillenie aus Frankreich brachten sie mit ihrem dauernden Pfeifkonzert zum Weinen. Ansonsten galt: Leere Ränge, volle Hallen.

Die Tops

Deutsche Mannschaften: Fußball, Handball, Hockey, Tischtennis, Reiten – Team-Medaillen polierten die deutsche Bilanz auf: Es gab drei Gold-, vier Silber-, und sechs Bronzemedaillen. Unvergessen bleibt das Hockey-Wunder der Herren im Viertelfinale gegen Neuseeland. Erst erzielten sie 41 Sekunden vor Schluss den Ausgleich, beim Siegtreffer der Deutschen standen noch 1,7 Sekunden auf der Uhr. Spaß machten auch die Fußballer, die Bundestrainerin Silvia Neid einen goldenen, und Bundestrainer Horst Hrubesch einen silbernen Abschied schenkten.

Die deutschen Turner: Drama und Jubel. Andreas Toba riss sich das Kreuzband am Boden, turnte für seine Mannschaft am Pauschenpferd trotz Verletzung weiter. Sein Teamkollege Fabian Hambüchen gewann Gold am Reck im letzten olympischen Wettkampf seiner Karriere. Zuvor hatte er in in Peking Bronze und in London Silber gewonnen. Das Gold-Reck bekommt er frei Haus geliefert.

Die Hartings: Robert Harting verpasste zwar die Diskus-Qualifikation. Der Olympiasieger von London hatte sich am Abend zuvor beim Lichtausschalten mit dem Fuß den Rücken verrenkt. Sein kleiner Bruder Christoph aber stellte im Finale die Familienehre wieder her. Mit dem letzten Wurf holte er sich Gold – und feierte danach eine Party, die polarisierte. Später entschuldigte er sich für sein Verhalten vor, während und nach der Siegerehrung.

Die deutschen Kanuten: Vier Mal Gold, zwei Mal Silber, ein Mal Bronze – auf die deutschen Kanuten war Verlass. Angeführt von Doppel-Olympiasieger Sebastian Brendel räumten sie ab. Brendel durfte zum Dank die deutsche Fahne bei der Abschlussfeier tragen.

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Bolt und Phelps: Usain Bolt, der Mann der das Triple-Triple schaffte, setzte sich ein Denkmal. Neun Goldmedaillen hat der Jamaikaner in Peking, London und Rio gewonnen. Einen Gold-Hattrick hatte es noch nie gegeben. US-Schwimmstar Michael Phelps räumte ebenfalls ab und gewann fünf Mal Gold und ein Mal Silber. Mit 23 Triumphen, drei Mal Silber, sowie zwei Mal Bronze ist er nun der erfolgreichste Olympionik aller Zeiten. Sowohl für Bolt als auch für Phelps waren es die letzten Olympischen Spiele. Man wird sie vermissen.

Eröffnung und Abschluss: Tischtennisspieler Timo Boll durfte die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier ins Maracana tragen, wo es für Brasiliens Interimspräsident Michel Temer ein Pfeifkonzert gab. Ein Kontrast zur ansonsten lebensfrohen und bunten Show. Mit einer pompösen Feier gingen die 31. Sommerspiele in Rio de Janeiro zu Ende. Nun ist Tokio an der Reihe, wo vom 24. Juli bis zum 9. August die Olympischen Spiele 2020 stattfinden werden. Einen lustigen Vorgeschmack gab es schon. Bei der Feier präsentierte sich der japanische Premier Abe als Super Mario.

 

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