Olympia 2016 Aus im Achtelfinale: Timo Boll verpasst erneut Medaille

"Ich bin mit mir im Reinen, habe mir nichts vorzuwerfen", sagt Timo Boll nach seinem Ausscheiden im Olympia-Einzelwettbewerb. Foto: dpa

Als deutscher Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier hatte Timo Boll einen großen emotionalen Auftritt und stand tagelang im Rampenlicht. An der Tischtennisplatte ist der frühere Weltranglisten-Erste allerdings früh ausgeschieden.

 

Rio de Janeiro - Timo Boll schnaufte kurz durch, setzte ein mildes Lächeln auf und verließ winkend die Tischtennis-Halle von Rio de Janeiro. Obwohl sein Traum von einer olympischen Einzelmedaille nach der unerwarteten Niederlage gegen den nigerianischen Weltranglisten-40. Aruna Quadri wohl endgültig geplatzt war, wirkte der 35-Jährige tiefenentspannt.

"Ich bin mit mir im Reinen, habe mir nichts vorzuwerfen", sagte Boll, nach der 2:4 (10:12, 10:12, 5:11, 11:3, 11:5, 9:11)-Pleite gegen den Afrikaner: "Ich habe hart trainiert, alles gegeben und war gut drauf. Ich habe einfach zu lange gebraucht, um mich auf seine unorthodoxe Spielweise einzustellen."

Die deutschen Hoffnungen auf eine Medaille ruhen damit endgültig auf Europameister Dimitrij Ovtcharov. Der an Nummer drei gesetzte Europameister verlor am Montag im Achtelfinale gegen den Slowenen Bojan Tokic zum Auftakt zwar zunächst einen rekordverdächtigen "Marathonsatz" über 26 Minuten mit 31:33, gewann aber anschließend die Partie mit 4:1 (31:33, 12:10, 11:5, 11:4, 11:7).

In der Runde der letzten Acht trifft der Olympia-Dritte von London 2012 nun am Dienstag auf den weißrussischen Altmeister Wladimir Samsonow (Nr. 7) oder Paul Drinkhall (Großbritannien).

Boll bleibt derweil in seiner ansonsten an Erfolgen reichen Karriere nach dem fünften erfolglosen Anlauf wohl endgültig ohne die ersehnte Einzel-Medaille bei Olympia. Schon 2000 in Sydney, 2004 in Athen, 2008 in Peking und 2012 in London war der ehemalige Weltranglistenerste früh gescheitert. Das olympische Einzel und Boll passen offenbar einfach nicht zusammen.

Boll auf dem falschen Fuß erwischt

Drei Tage nachdem er die deutsche Olympia-Delegation bei der Eröffnungsfeier als Fahnenträger ins Maracana geführt hatte, wurde Boll vom Außenseiter Quadri auf dem falschen Fuß erwischt. Wie schon in seinem Auftaktmatch am Sonntag, als er den Russen Alexander Schibajew letztlich noch mit 4:3 niederrang, präsentierte sich der Düsseldorfer ungewohnt fehlerhaft. Zudem spielte der laufstarke Quadri phasenweise wie entfesselt auf.

"Seine Vorhand ist wie eine Falle, die aufgestellt wird und dann plötzlich zuschnappt", sagte Boll: "So einen Spieler gibt es nicht noch einmal auf der Tour." Der Rekordeuropameister richtete den Blick bereits auf die Mannschaft, mit der er 2008 in Peking Silber und 2012 in London Bronze gewonnen hatte. "Das ist ein neues Turnier und eine neue Chance", sagte er.

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Bei den Frauen steht Deutschlands Spitzenspielerin Han Ying (Tarnobrzeg) derweil nach zwei souveränen Erfolgen vor einer Herkulesaufgabe. Die gebürtige Chinesin, die am Montag nach dem mühelosen 4:0 im Auftaktspiel gegen Nanthana Komwong (Thailand) auch gegen Li Xue (Frankreich) 4:1 gewann, trifft im Viertelfinale auf Topfavoritin Ding Ning (China/Nr. 1).

Für Petrissa Solja (Berlin/Nr. 10) war bei ihren ersten Olympischen Spielen dagegen bereits nach ihrem Auftaktmatch gegen die Nordkoreanerin Ri Myong Sun (0:4) Schluss.

 

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