Ohne Auto erreichbar Touren in den Voralpen: Wandern Sie sich glücklich!

Der Vogelherd ist ein einfach zu erreichender Hügel bei Miesbach. Obwohl man den Aufstieg gut bewältigen kann, hat man oben einen wunderbaren Blick. Foto: Bruckmann Verlag/Lisa und Wilfried Bahnmüller

Schöne Touren liegen in München vor der Haustür. Tanken Sie Kraft im Bayerischen Voralpenland. Die AZ stellt Ihnen fünf Touren vor, die Sie auch ohne Auto machen können.

 

München - Sich bewegen macht einfach gute Laune. Und es müssen nicht immer die hohen Gipfel sein, auch im Bayerischen Voralpenland gibt es Touren, bei denen man zwar nur wenige Höhenmeter überwindet, die aber landschaftlich trotzdem atemberaubend sind.

Kleine Glücksmomente, die einfach zu haben sind – und das Beste: Sie können, wenn Sie wollen, sogar Ihr Auto stehenlassen. Für alle Touren haben wir Ihnen eine Anreise mit Bahn und Bus beschrieben.

Alle vorgestellten Touren stammen aus dem im Bruckmann-Verlag erschienenen Buch "Einfach glücklich wandern". Wir müssen sagen: Das Motto des Buches stimmt einfach.


Quer durch die Hardtwiesen: Im Blütenrausch

  • Dauer: 3 Stunden
  • Höhenmeter: 50 m
  • Länge: 10 km
  • Anspruch: leicht
  • Start: Parkplatz an der Hardtkapelle nahe Weilheim
  • Anreise: Wer öffentlich anreist, beginnt die Tour in Magnetsried. Mit der Bahn bis nach Weilheim, von dort mit dem Bus 9655 nach Magnetsried (circa 1,5 Stunden).

Vom Parkplatz unterhalb der Hardtkapelle wandern wir mit der Kapelle im Rücken zunächst auf der Straße für etwa 500 Meter nach rechts und biegen dann nach links in die kleine Straße ein, die zum Weiler Hardtwiese führt.

Bald erreichen wir die Feucht- und Trockenbiotope. Hier kann man vor allem im Frühjahr schöne Blumen sehen und sich an der Farbenpracht erfreuen. Wir passieren den Weiler Hardtwiese und biegen knapp einen Kilometer später nach links in Richtung Farchenbichl ab. Bevor wir den einsamen Hof erreichen, halten wir uns geradeaus. Der Weg führt uns ins Moor des Magnetsrieder Hardts hinein.

Bald treffen wir auf ein Asphaltsträßchen, das uns nach rechts nach Magnetsried bringt. Hier kann man im Landgasthof Zur Quelle einkehren.

Für den Rückweg gehen wir in Magnetsried wieder an der Kirche vorbei, auf dem Hinweg, den wir schon kennen. Dann halten wir uns an der Weggabelung jedoch rechts. Nun führt uns der Weg nach Norden zurück und wieder durch die Blumenwiesen. Schließlich erreichen wir wieder die kleine Hardtkapelle am Parkplatz.


Über die Aidlinger Höhe: Im Stillen gehen

  • Dauer: 2.15 Stunden
  • Höhenmeter: 200 m
  • Länge: 7,5 km
  • Anspruch: leicht
  • Start: Pfarrkirche St. Georg in Aidling
  • Anreise: Mit der Bahn bis Murnau, von da mit dem Bus 9620 nach Aidling, Riegsee, circa 1,15 Stunden.

Von der Pfarrkirche laufen wir auf der Dorfstraße um den Kirchenhügel herum und folgen der Straße bis zu den letzten Häusern. Nun sind wir auf der Aidlinger Höhe unterwegs und treffen auf eine Verzweigung. Wir halten uns links und folgen dem Schild "Rundweg Höhlmühle". Am Waldrand verzweigt sich der Weg erneut, wir halten uns wiederum links. An einem erneuten Abzweig können wir einen Abstecher zur Lourdes-Grotte machen.

Zurück auf dem Hauptweg wandern wir in ursprünglicher Richtung weiter und ignorieren alle Abzweigungen. Wenn wir die Fahrstraße erreichen, wenden wir uns nach rechts und erreichen dann das Forsthaus Höhlmühle.

Hier können wir rasten und danach weiter der Straße und dann dem Abzweig nach Aidling folgen. Wir folgen dem Wegweiser Höhlmühle Rundweg zurück nach Aidling.


Zwischen Krün und Wallgau: Durch eine Klamm zu einer Alm

  • Dauer: 4.15 Stunden
  • Höhenmeter: 450 m
  • Länge: 14 km
  • Anspruch: schwer
  • Start: Isarbrücke in Krün
  • Anreise: Mit der Bahn bis nach Mittenwald, mit dem Bus 9608 nach Krün, circa 2 Stunden

Start ist die Isarbrücke in Krün, wir wandern an der Krüner Seite isaraufwärts und bleiben auch an der Weggabelung in Flussnähe.

Am großen Wasserkraftwerk mit der Fischtreppe endet der Weg. Hier wenden wir uns nach rechts und weg von der Isar. Kurz darauf queren wir den Obernacher Kanal. Unser Weg trifft am Krüner Gewerbegebiet auf eine Straße. Dieser folgen wir nach links. Erst an den letzten Häusern schwenken wir wieder nach links und hinunter zur Isar.

Wir erreichen den Isarstausee und wandern an ihm vorbei, hinter ihm erreichen wir uns etwas links haltend wieder die Isar und überqueren sie auf einer Brücke. Wir folgen nun dem Isar-Erlebnisweg flussabwärts. Sobald wir den Abzweig zur Hüttlebachschlucht erreichen, er ist gut ausgeschildert, folgen wir diesem.

Nun wird es ein bisschen anstrengender. Es geht den Hüttlebach entlang, diesen queren wir wenig später auch. Am Ende der Klamm wird es steil, wir steigen über Treppen im Zickzack hinauf.

Fast ganz oben können wir die Quellbäche queren und auf einer Aussichtskanzel die Schlucht hinunterblicken. Wem die Anstrengung nicht zu viel ist, kann zum Schwarzkopf hinaufsteigen. Dieser ist kein klassischer Gipfel, aber eine Bank markiert die Stelle. Von hier aus kann man das Wettersteinmassiv bewundern.

Nun geht es wieder ein Stück weit nach unten, bis zum ersten Abzweig. Wir folgen hier rechts dem Bergpfad, der am Hang entlang führt. Stellenweise fällt der Weg links etwas steil ab. Wir folgen der Beschilderung zurück zum Isar-Natur-Erlebnisweg. Wer genug hat, folgt hier der Beschilderung nach Krün. Wer noch zur Auhütte will, folgt dem Isarweg flussabwärts, an der Gabelung beim Felsgraben halten wir uns links in Richtung Wallgau. Nach einer Einkehr in der Auhütte steigen wir zum Wanderweg hinunter, halten uns rechts und erreichen den Isarsteig bei Wallgau. Links am Finzbach entlang geht es zurück nach Krün.


Durch das Jenbachtal zur Wirtsalm: Wunderbarer Weg am Wasser

  • Dauer: 3.30 Stunden
  • Höhenmeter: 330 m
  • Länge: 10 km
  • Anspruch: mittel
  • Start: Wanderparkplatz Unteres Jenbachtal, Bad Feilnbach
  • Anreise: Mit der Bahn nach Bad Aibling, von dort mit dem Bus 9580 nach Bad Feilnbach Ortsmitte, 1,5 Stunden. Von hier läuft man entlang des Jenbachs bis zum Startpunkt.

Vom Parkplatz in der Wendelsteinstraße aus folgen wir dem Jenbach flussaufwärts auf der Seite des Parkplatzes. Der Name des Wegs, "Jenbachparadies" verspricht nicht zu viel.

Es geht immer am Bach entlang. Der Weg geht nun deutlich bergan und wir erreichen das untere Ende der Jenbachklamm. Neben dem Fels beginnt ein schmaler Steig, der stellenweise über Stufen, Gitterroste und Holzbohlen aufwärts führt.

Wer sich hier unsicher fühlt, kann nach rechts zur kleinen Straße hinaufsteigen, um diesen Wegabschnitt zu umgehen. Er ist aber überschaubar und kurz. Neben dem Weg wird der Bach immer schmaler, immer wieder können wir Gumpen sehen.

An einem Wasserfall müssen wir nun steil nach rechts bergauf steigen, bis wir am Waldrand unweit des Parkplatzes Oberes Jenbachtal Almwiesen erreichen.

Wir folgen der Almstraße, wo sie sich teilt, gehen wird rechts. In einem Waldstück folgen wir rechts dem Pfad zur Wirtsalm. Fünf Minuten später haben wir die Wirtsalm erreicht. Nach einer Rast verlassen wir die Alm auf der Zufahrtsstraße. So kommen wir in einem Bogen zurück zur Almstraße, der wir links bald wieder auf bekanntem Weg zurückwandern. Am oberen Parkplatz kann man alternativ auch die kleine Auffahrtsstraße für den Rückweg nutzen.


Zum Vogelherd: Ein unvermuteter, vortrefflicher Aussichtshügel

  • Dauer: 2.30 Stunden
  • Höhenmeter: 200 m
  • Länge: 8 Kilometer
  • Anspruch: leicht
  • Start: Bahnhof Miesbach
  • Anreise: Mit der BOB nach Miesbach, circa 40 Minuten.

Wir wandern auf der Bahnhofstraße nach rechts. Dann links in die Fraunhoferstraße und dort geradeaus und bergan zum Stadtplatz. Wir folgen hier der Rosenheimer Straße über die Kreuzung hinweg, passieren ein Gewerbegebiet und biegen in die letzte Straße, die Schießstattstraße, links ein. Nach der Gaststätte Schießstätte beginnt ein Weg nach Bergham, der in eine Straße mündet, der wir rechts folgen und dann gleich nach links abbiegen. Am Ende eines Waldes weist ein Schild zum Vogelherd.

Oben wandern wir in der gleichen Richtung weiter. Auf einem Trampelpfad geht es zu einem Bauernhof. Hier folgen wir links einem Feldweg, der uns nach Bergham führt. Ab hier wie auf dem Hinweg.


Das Buch: 32 Touren in den Voralpen

Lisa und Wilfried Bahnmüller, Tochter und Vater, haben für das Buch "Einfach glücklich wandern: Bayerisches Voralpenland" 32 Touren zusammengestellt, bei denen es nicht darum geht, auf den Gipfel zu sprinten, sondern ihn genussvoll zu erwandern – oft mit Einkehrmöglichkeit. Denn Bewegung soll ja Spaß machen. Die Wohlfühltouren sind im Bruckmann-Verlag erschienen (15,99 Euro, 192 Seiten).

 

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