Öffentlicher Dienst Zweite Warnstreikwelle trifft Nordrhein-Westfalen

In Nordrhein-Westfalen haben die Warnstreiks im Streit um mehr Lohn für die Beschäftigten des öffentlichen Diensts begonnen.

 

Düsseldorf - "Die Warnstufe zwei ist erfolgreich angelaufen", sagte der Verdi-Sprecher für NRW, Günter Isemeyer, der Nachrichtenagentur dpa am frühen Mittwochmorgen. In der Landeshauptstadt Düsseldorf, in Köln und vielen Ruhrgebietsstädten soll der öffentliche Nahverkehr den ganzen Tag weitgehend lahmgelegt werden. Auch Kitas, Stadtverwaltungen oder Schwimmbäder bleiben den Tag über geschlossen. "Da wird es teilweise zu massiven Arbeitsniederlegungen kommen", sagte Isemeyer.

An Rhein und Ruhr hat die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi bereits zum zweiten Mal binnen zwei Wochen zum Ausstand aufgerufen, in Deutschland ist den dritten Tag in Folge eine Region von der zweiten Warnstreikwelle betroffen. Verdi geht davon aus, dass mehr als 55 000 Beschäftigte in NRW die Arbeit heute ruhen lassen. Bestreikt werden auch Müllabfuhren, Theater, Sparkassen und Jobcenter. "In allen Bereichen der öffentlichen Dienstleistungen ist heute mit enormen Einschränkungen zu rechnen", sagte Isemeyer. In kommunalen Krankenhäusern und Altenheimen gibt es Notfalldienste.

"Wir hoffen, dass dieser massive Warnstreik dafür sorgt, dass die Arbeitgeber in der kommenden Woche (...) endlich ein Angebot vorlegen", sagte Isemeyer. "Wir machen das nicht aus Jux und Tollerei." Verdi fordert 6,5 Prozent mehr Einkommen, mindestens aber 200 Euro. Die Arbeitgeber - Bund und Kommunen - haben ein Stufenmodell angeboten, das nach ihrer Rechnung im zweiten Jahr auf ein Lohnplus von 3,3 Prozent hinauslaufen würde. Nach Verdi-Rechnung würde der Lohn jedoch über die gesamte Zeit nur um 1,77 Prozent steigen.

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst werden am 28. und 29. März in Potsdam fortgesetzt. Schon Anfang des Monats hatte Verdi mit einer Warnstreikwelle durch ganz Deutschland die Forderungen untermauert.

 

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