Oberammergau Die Passion 2020 ist fast ausverkauft

Christian Stückl vor der Tafel mit den Namen der Mitwirkenden. Foto: dpa

Im Mai beginnen die Passionsspiele in Oberammergau. Gibt es noch Karten? Und woher kommen die Zuschauer?

 

Im Passionsspieldorf hat die heiße Phase begonnen: Am 7. Dezember ging der Spielleiter Christian Stückl mit den Darstellern der Passionsspiele den von ihm neu überarbeiteten Text durch. Bis zur Premiere am 16. Mai wird nun fast täglich geprobt. Fast die Hälfte der rund 5000 Einwohner des oberbayerischen Ortes wirkt dann bis zum 4. Oktober in 102 Aufführungen mit. Die AZ sprach mit einem der beiden Geschäftsführer über den Stand des Kartenverkaufs.

AZ: Herr Rutz, gibt es überhaupt noch Karten zu kaufen?
WALTER RUTZ: Der Verkauf läuft gut, wir sind derzeit bei einer Auslastung von 90 Prozent. Damit sind wir sehr zufrieden.

Die Passion verkauft sich offenbar von selbst.
Keineswegs. Die Passionsspiele 2020 sind die ersten mit einem Werbe- und Marketingbudget. Man muss mittlerweile schon etwas tun, damit der Verkauf läuft. Wir haben mit der Werbung schon 2017 begonnen, und das zahlt sich jetzt aus.

Wo kommt das Publikum her?
Nach bisherigem Stand sind die USA immer noch ein wichtiger Markt für uns. Amerikaner machen 50 Prozent der Besucher aus. 20 Prozent kommen aus Europa, die übrigen 30 Prozent sind deutsche Besucher.

Christian Stückl war also nicht vergeblich in den USA, um für die Passion zu werben.
Das ist gut, dass er das macht. Die Reiseveranstalter in den USA finden das genial. Stückl versteht es, die Leute mitzunehmen. Das ist ein Teil unseres Erfolgs.

Gibt es im Frühjahr noch Karten für Kurzentschlossene?
Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, dass wir völlig ausverkauft sind und dass es vergeblich wäre, noch nachzufragen. Auf jeden Fall gibt es nach der Premiere im Mai noch ein Kartenkontingent.

Wieviel Prozent der Kosten werden durch den Verkauf eingespielt?
Die Kosten werden schon durch 60 Prozent des Kartenverkaufs gedeckt. Das andere ist der Erlös für die Gemeinde.

Als Kulturredakteur bin ich es gewohnt, dass Theater Verlust machen, der durch öffentliche Subventionen ausgeglichen wird.
Die Passionsspiele sind kein Verlustgeschäft und sie werden auch nicht subventioniert. Bei uns gibt es einen Erlös.

Sie hatten schon Ärger mit Schwarzhändlern und einer umstrittenen Ticketbörse.
Das ist ruhiger geworden, auch durch das Aufsehen in den Medien. Wir haben eine Klage gegen Viagogo angestrengt und auch gewonnen.

Wo gibt es Karten?
Tickets und Arrangements mit Übernachtung gibt es nur bei uns und unserer eigenen Vertriebsgesellschaft telefonisch und über die Homepage.

Kommt man auch ohne Auto zu Ihnen?
Im Unterschied zu den letzten Passionsspielen 2010 funktioniert die Bahnverbindung wieder durchgehend. Wir haben außerdem eine Kooperation mit der Bahn geschlossen: Es gibt in Verbindung mit den Tickets vergünstigte Fahrkarten. Und der Fahrplan wurde auch an das Ende des Spiels so angepasst, dass man wieder nach München zurückfahren kann. Außerdem denken wir über einen Busshuttle nach.

Sie tragen einen Bart. Heißt das, dass Sie auch mitspielen?
Ich bin einer der 42 Hauptdarsteller und spiele den Hohepriester Gamaliel.

Infos und Karten zur Passion über www.passionsspiele-oberammergau.de und unter Telefon 08822/83 59 33 0

 

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